Mit Bravour

von Redaktion

Beeindruckender Klavierabend mit Masha Dimitrieva im Töginger Carl-Orff-Saal

Töging – Mit einem Klavierabend startete die Veranstaltungsreihe „Töginger Kammerkonzerte“ in die neue Saison. Bei der Auswahl bewiesen die Veranstalter eine glückliche Hand, die russisch-deutsche Pianistin Masha Dimitrieva begeisterte die Zuhörer im Carl-Orff-Saal mit einem überaus anspruchsvollen Programm. Zudem erläuterte sie die Stücke und deren Komponisten.

Gleich zu Beginn fesselte Masha Dimitrieva die aufmerksamen Zuhörer mit den selten gespielten Klavierwerken von Ignaz Pleyel „Rondo Favorit Es-Dur“ und der „Es-Dur-Sonatine“. Mit perlendem Fingerspiel und technischer Perfektion spielte sie anschließend die „Neun Variationen über ein Menuett von Jean-Duport, D-Dur KV 573“ von Wolfgang Amadeus Mozart, deren farbenfrohe Interpretation besonders fesselte. Es folgte Beethovens Rondo a capriccio „Wut über den verlorenen Groschen“. Dieses Klavierstück, das bei Interpreten und Zuhörern gleichermaßen beliebt ist, gab der Pianistin Gelegenheit mit facettenreicher Anschlagskultur ihr Können zu zeigen. Weiterer Glanzpunkt waren Camille Pleyels Paraphrasen über Opern-Melodien von Rossini. Als Poetin am Klavier gelang es Masha Dimitrieva die bekannten Melodien auf kunstvolle Art aneinanderzureihen und mit Wohlklang zu gestalten.

Höchste Bewunderung verdienten die Werke von Frederic Chopin: Im „Grande Valse brillante Es-Dur op.18“ glänzte Masha Dimitrieva mit einer farbenfreudigen Interpretation und machte das Werk zu einem echten Bravourstück.

Die populäre „Nocturne op. 9 in Es-Dur“ kostete die Pianistin mit prägnantem Klavieranschlag genüsslich aus. Es war ein Vergnügen ihrem Spiel zu lauschen.

Den krönenden Abschluss bildete die berühmte „As-Dur-Polinaise op. 53“ – die „Heroische“. Masha Dimitrieva gestaltete im Mittelteil das heroische Thema mit markanten Ostinato Oktaven und differenzierter Anschlagskultur. Das technisch überaus schwierige Werk bewältigte die Pianistin mit Bravour und unglaublicher Intensität.

Lang anhaltender Applaus und „Bravorufe“ belohnten die hervorragende Leistung der Pianistin. Sie bedankte sich mit zwei „Boogie Canonicus“ von Cordon Shewood als Zugaben.

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