Waldkraiburg – Crab meets Gap, Krabbe trifft Lücke: Erstmals stellt das Ehepaar Anke Völk und Frank Maier seine Werke in einer gemeinsamen Doppelausstellung aus. In der Städtischen Galerie im Haus der Kultur in Waldkraiburg vereinen illusorische und reale Elemente die Bilder beider Künstler.
Anke Völk und Frank Maier lernten sich an der Akademie der Künste in Karlsruhe kennen – und lieben. Zehn Jahre lebte das Paar in München, aktuell in Berlin. „Doch die beiden kann man nicht als Künstlerehepaar im eigentlichen Sinne bezeichnen, denn jeder macht seine eigene Kunst. Sie schaffen keine Werke gemeinsam“, erläuterte Elke Keiper, Leiterin der Städtischen Galerie, bei der Vernissage am Donnerstagabend.
Anke Völk
Und so nutzt Anke Völk breite Pinsel, mit denen sie mit viel Schwung ihre Leinwände bemalt. Frank Maiers Bilder zeichnen sich hingegen durch sehr geometrische Formen und Strukturen aus.
Oft von Brüchen begleitet, stehen Anke Völks Werke für Lücken, also die „Gap“ im Titel der Doppelausstellung: Sie verstärkt Risse in ihren Papierarbeiten, in dem sie diese schwarz ausmalt und so die Lücken noch verstärkt. Dadurch entsteht zudem eine räumliche Wirkung, die Betrachter einlädt, das Werk auch von der Nähe zu betrachten. Einige Bilder sehen aus wie zusammengesetzt: Erst auf den zweiten Blick zeigt sich, dass sich das Werk auf einer planen Ebene befindet. Die Farben reichert Anke Völk oftmals mit Metalleffekten an, die den Bildern eine hohe Brillanz verleihen. Zusätzlich bearbeitet die Künstlerin die Anstriche vor dem Trocknen der Farben, sodass sie aussehen wie Wasserflecken oder Baumrinde und fotorealistische Züge erhalten. „Man springt immer hin und her zwischen Realität und Illusion. Dafür setzt Anke Völk verschiedene Techniken ein. Und bei diesem Wechselspiel der Elemente vermitteln ihre Arbeiten Immaterielles, frei Schwebendes“, erläuterte Elke Keiper. Selbst das dreidimensionale Werk auf dem Boden der Galerie stellt keine Skulptur dar, sondern ein Gemälde.
Frank Maier
Im Gegensatz zu den großen Gesten von Anke Völk gestaltet Frank Maier seine Werke sehr filigran und gradlinig. Ein einfarbiger Hintergrund bildet die Basis für Linien, Rautenmuster, Dreiecke und Quadrate. Und immer finden sich freie Elemente: „Einfach aus der Hand, dick aus der Farbtube gedrückt“, erklärt Maier, wie der Halbkreis im Werk „Erinnerung an ein Lächeln“ entstanden ist (siehe Bild oben).
„Seine Farben sind ungewöhnlich kombiniert, seine Werke aus dem Bereich der abstrakten Malerei, doch kommt es immer zu etwas Gegenständlichem“, beschreibt Elke Keiper Maiers Schaffen. So assoziieren Betrachter auf der Suche nach einer größeren Struktur in den Figuren und Formen mit Gesichtern, einem Lächeln oder eben einer Krabbe – der „Crab“. Maiers Werke vermitteln Illusion und laden ein zum Nähertreten, zum Herausfinden, wie die zahlreichen Umrandungen aufgebracht sind oder wie optische Wirkungen eigentlich entstehen.
Die Ausstellung ist bis 19. Mai zu sehen: Dienstag bis Freitag von 12 bis 17 Uhr und Samstag/Sonntag von 14 bis 17 Uhr. Am 1. Mai und 10. Mai bleibt die Ausstellung geschlossen. Führungen nach Absprache.