Das erste UFO landet

von Redaktion

Elisabeth Pfeiffer entdeckte zufällig die Ukulele als Instrument für sich, nun richtet sie ein Festival aus

Polling/Obermörmoosen – Wer ein Jahr lang mit dem Fahrrad durch die Welt fährt, überlegt sich jedes Gepäckstück ganz genau. „Da war für die Gitarre irgendwann einfach kein Platz mehr“, erzählt Elisabeth Pfeiffer. Also blieb die Gitarre an der Westküste der Vereinigten Staaten auf der Strecke. So ging das Abenteuer für sie und ihren Mann auf dem Tandem ohne Instrument weiter. Die beiden radelten durch Panama, Kuba, auf den Philippinen. Doch so ganz wollte Elisabeth Pfeiffer die Musik dann doch nicht auf der Strecke lassen – und kaufte sich in einem kleinen Laden in Manila ihre erste Ukulele.

Vier Jahre ist das her. Und aus der Not ist längst eine Tugend geworden. Inzwischen gehört Elisabeth Pfeiffer zu den bekannten Namen der Ukulele-Szene – auch weil ihr Können auf einer klassischen Gitarrenausbildung und einem Musikstudium aufbaut. Einer Festival-Einladung folgt die nächste: Erst am Donnerstagabend ist die 36-Jährige aus England zurückgekehrt, im Juli geht es nach Prag. Höchste Zeit also, in der Heimat selbst ein Festival auf die Beine zu stellen. Am 2. Juni ist es soweit: Dann steigt im Prambsstadl das erste Ukulele-Fesitival Obermörmoosen – kurz UFO.

Dass Elisabeth Pfeiffer die Ukulele-Fans nicht lange bitten muss, zeigt nicht nur ein Blick auf die prominenten Namen im Programm (siehe Infokasten), sondern auch so manche Besucher-Anfrage: „Zuletzt hat mich eine E-Mail aus Polen erreicht, ob man hier auch zelten kann.“ Kein Zweifel: Die Ukulele erlebt als Instrument gerade ein Hoch, das Dritte in ihrer Geschichte. Standen in den 1920er-Jahren noch Akrobatik und Show im Vordergrund, vermittelte in den 1960er-Jahren die Gitarre im Mini-Format einen Hauch Hawaii-Romantik. „Diesmal ist vieles anders“, sagt Pfeiffer. „Viele Bands haben die Ukulele als Instrument entdeckt und schätzen ihre besondere Klangfarbe.“ Es sei an der Zeit, dass die Ukulele vom Image des Spaßinstruments wegkommt, als das sie gerne gesehen wird. „Ein bisschen Selbstironie braucht jeder Musiker, der die Ukulele spielt. Aber in Wirklichkeit steckt in ihr so viel mehr.“

Was genau, lotet die 36-Jährige immer wieder aus. Sei es mit Veröffentlichungen und Anleitungen zum Thema Pop- und Rock-Ukulele; mit neuen Arrangements wie „I want to break free“ von Queen, das sie gerade bearbeitet; oder mit Kompositionen für die Ukulele als Solo-Instrument. Rock, Pop, Jazz, Klassik, Moderne: alles ist möglich, alles ist erlaubt. Und wo geht die Reise hin? „Wir sind noch lange nicht am Ende“, sagt Pfeiffer und verweist auf das Stück „Space Scape“ von Andy Eastwood, das gerade auf dem „Grand Northern Ukulele Festival“ Weltpremiere feierte. Es ist eine Komposition für Ukulele und Streichquartett.

Geht es nach der Musikerin aus Hirten soll das Hoch der Ukulele noch möglichst lange anhalten. Deshalb will sie dem ersten „UFO“ im Prambsstadl schon im nächsten Jahr die zweite Landung folgen lassen.

Erstes UFO: Das Programm

Das erste Ukulele Festival Obermörmoosen findet am Samstag, 2. Juni, im Prambsstadl statt. Zum Auftakt spielen ab 16 Uhr die Ukuleleklassen aus der Region. Um 16.30 Uhr beginnen die jeweils einstündigen Workshops. Die Anmeldung erfolgt vor Ort, Instrumente können mitgebracht, aber auch erworben werden. Ab 19 Uhr ist die Bühne dann offen für jedermann – unter anderem werden ein Ukulele-Prediger und der Engländer Marc Gallagher auftreten. Das Abendkonzert gestalten ab 20 Uhr Künstler aus Deutschland, England und Italien: Ukulollo spielen und singen Songs aus den 1980ern, das Bad Mouse Orchestra aus Freiburg lässt den Flair der 20er- und 30er-Jahre zu neuem Leben erwachen und das britische Vater-Sohn-Duo Dead Mans Uke hat sich auf rockigen Blues und bluesigen Rock spezialisiert.

Infos zum Vorverkauf und Programm im Internet unter www.ufoukulelefestival.de

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