Ein herausragendes Werk

von Redaktion

Oratorienchor und Reichenhaller Philharmonie führen Mozarts „Große Messe“ auf

Mühldorf/Raitenhaslach – Am Sonntag, 10. Juni, führen der Euregio Oratorienchor, die Bad Reichenhaller Philharmoniker sowie namhafte Solisten unter dem Dirigat von André Gold Mozarts „Große Messe“ in der Klosterkirche Raitenhaslach auf. Beginn ist um 18 Uhr.

Die Messe in c-Moll von Wolfgang Amadeus Mozart, KV 427, entstand 1782 und ist, obwohl unvollendet, eine der herausragenden Messvertonungen der europäischen Musikgeschichte. Sie ist ein Monumentalwerk, das den Rahmen der bisherigen Messkompositionen Mozarts sprengte. In jenen Jahren setzte sich Mozart mit den Werken Johann Sebastian Bachs auseinander, die er durch die Vermittlung des Baron Gottfried van Swieten kennenlernte und die eine schöpferische Krise und Überwindung dieser Krise bei Mozart auslösten. Nicht nur Bach steht hinter diesem Werk. Die Italiener des 18. Jahrhunderts erscheinen gleichfalls transfiguriert.

Die Fugen am Ende des „Gloria“ und des „Sanctus“ zeigen, in welch hohem Maße Mozart den kontrapunktischen Stil mit eigenem Geist erfüllt hat. Die „Große Messe in c-Moll“ ist Mozarts ehrgeizigste Komposition in dieser Gattung. Wie sein großes letztes kirchenmusikalisches Werk, das Requiem KV 626, ist auch die „Große Messe in c-Moll“ ein Torso geblieben und wurde von Mozart nicht vollendet.

„Technisch sowie musikalisch stellt das teilweise doppelchörige Werk eine große Herausforderung an alle Beteiligten. Manche Teile erinnern an Bachs h-Moll-Messe, die zu den schwierigsten Vokalwerken der Musikgeschichte zählt“, sagt Gold. 1847 vervollständigte der Wiener Kapellmeister und Komponist Joseph Drechsler das bekannte Fragment für eine Aufführung im Stephansdom zu Wien. Vervollständigungs-Versuche der fehlenden Teile des Credo und des Agnus Dei stammen unter anderem von Phillip Wilby, Robert Levin und Benjamin Gunnar Cohrs.

Die Aufführung in Raitenhaslach ist eine Bearbeitung von Franz Beyer, ergänzt um das Agnus Dei. Als Solisten musizieren die oberösterreichische Sopranistin Eva Schinwald, die amerikanische Mezzosopranistin Yvonne Hartinger, der österreichische Tenor Virgil Hartinger sowie der russische Bass Alexander Voronov. Zudem ist Mozarts erster Satz seiner berühmten g-Moll Sinfonie Nr. 40, die er 1788 komponierte, zu hören.

Karten für das Kirchenkonzert gibt es bei Inn Salzach Ticket sowie an der Abendkasse.

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