Herr Bene, wie ist es für Sie und Ihre Musiker Mozarts Requiem mit all seinen Themen – von verzweifelter Angst bis hin zu hoffnungsfroher Zuversicht – in der Kunst des Tanzes visualisiert zu sehen?
Bene: Das ist schon eine Herausforderung für mich und die Musiker. Zwar sind die meisten im Orchester als Profimusiker daran gewöhnt, sich immer neu auszurichten. Trotzdem ist es insbesondere für die Amateurmusiker eine spannende Sache. Die Emotion in der Musik gibt Mozart vor. Wir als Musiker versuchen, genau wie die Tänzer und der Chor, zu transportieren und alles unter einen Hut zu bekommen.
Könnten Sie sich eine derartige Kooperation öfter vorstellen?
Bene: „Das war schon ein sehr großer Aufwand. Es mussten ja Musiker zur entsprechenden Besetzung aus der umliegenden Region gefunden und für die Sache gewonnen werden. Einer der Musiker reist für die Proben sogar aus München an. Auch musste man sich mit dem Chor zusammenschließen und gemeinsame Probentermine finden. Aber die gemeinsame Probenzeit entschädigt insofern, dass alle voneinander profitierten und man viel Spaß hat. Neue Aufgaben sind für jeden Musiker Chance zur Reifung.
Herr Miecke, für das Projekt Tanzland kamen zum Kraiburger Ensemble ‚Vocabile‘ neue Sänger hinzu, so entstand ‚Vocabile Plus‘. Wird Ihnen dieser Zuwachs für künftige Konzerte erhalten bleiben?
Miecke: Als festes Gesangsensemble hat man seine Ausrichtung, ist aufeinander eingestimmt und hat sein Repertoire. Eine Erweiterung stand nur aufgrund der Tanzland-Produktion an. Trotzdem ist und war das gemeinsame Projekt eine reiche Erfahrung, die sicher allen viel gegeben hat.
Als Chorsänger ist man daran gewöhnt, auf die Musiker zu hören. Nun kam im Tanzland-Projekt ein weiterer Aspekt hinzu: Tänzer. Wie empfanden Sie und Ihr Chor diese neue Aufgabe?
Miecke: Ja das ist und war sehr spannend. Besonders deshalb, weil es bisher noch keine gemeinsame Probe mit den Tänzern gegeben hat. Wir haben einen Film über das ‚Requiem‘ aus Pforzheim gesehen. Herr Markowitz war zudem zweimal vor Ort, hat uns alles erklärt und die Inhalte nahegebracht. Eine Chorsängerin, die zugleich auch Teilnehmerin der Tanz-Kurse war, wurde außerdem von Herrn Markowitz instruiert und vertiefte und probte mit den Sängern. Ohne Corena Strecker-Beitzel als Bindeglied wäre es wohl nicht realisierbar gewesen. Sich zu merken, wann sich wer wohin bewegt, in welche Richtung schaut oder welche Bewegung zu machen ist und zugleich noch auswendig Text und Noten abzurufen und auf das Orchester zu achten, wäre eine Überforderung gewesen.