Ampfinger Sommerabende

Herrliche Melodien aus goldenen Kehlen

von Redaktion

Vom Blatt gesungen: Mit der „Fledermaus“ gingen am Sonntagabend die „Ampfinger Sommerabende“ zu Ende

Ampfing – Sie nennen sich „Junge Oper München“ und sind ein frisch gegründetes Ensemble von Musik- und Theaterschulen. Mit ihrer Aufführung der Strauß´schen Operette „Die Fledermaus“ begeisterten sie auf der Freilichtbühne der Ampfinger Grundschule das Publikum.

Anstelle eines Orchesters spielte die Pianistin Miriam von Kirschten die Ouvertüre und begleitete sicher und gefühlvoll die Sänger durch alle drei Akte. Auf der kleinen Bühne fungierten die Darsteller selbst als Bühnenbildner mit einfachsten Requisiten.

Nicht alle Sänger waren text- und melodiensicher, weshalb sie auf Notenständern vorsichtshalber ihre Partituren bereitstellten. Das hinderte sie dann aber doch daran, ihre schauspielerischen Fähigkeiten voll zu entfalten. Immerhin zeigten sie ausdrucksvolles Minen- und Gestenspiel. Mit ihren Stimmen aber entführten sie ihr Publikum in den siebten Operettenhimmel. Die Sopranistinnen Susanne Winter (Rosalinde) und Birgit Schmidbauer (Adele) erreichten locker die höchsten Töne. Der Text kam dabei so deutlich von der Bühne, dass er auch in den letzten Reihen gut zu verstehen war. Gleiches galt auch für die Tenöre Thomas Gropper (von Eisenstein) und Nicolaus Stesmann als Gesangslehrer und Liebhaber Alfred. Raphael Beck als Prinz Orlovsky ließ bei Sprechrollen einen satten Bariton erwarten. Doch sang er als Countertenor in Mezzosopranlage, wie etwa „S´st mal bei mir so Sitte“. Als „echter“ Bariton dagegen präsentierte sich Virsil Mischok, der als Notar Dr. Falke die ganze Intrige eingefädelt hatte.

Ebenfalls gelungen besetzt war die Rolle des Gefängnisdirektors Frank mit Rudolf Edgardo Laué. Und Eson Komann brachte als streitbarer Advokat Dr. Blind das Publikum ebenso zum Lachen wie in seiner Sprechrolle als trinkfreudiger Gefängniswärter.

Die Tatsache, dass jede Stimme in diesem Ensemble die zwei Stunden ohne jede Schwäche durchstand, verrät den hohen Stand der Singtechnik, denn auch die leisen Töne erreichten jeden Stuhl im Garten der Schule. Ohne eine Zugabe aus dem zweiten Akt („Im Feuerstrom der Reben“) entließ das begeisterte Publikum die Künstler nicht. Und der Schwung der Operette war der Grund, dass beim Heimgehen viele Melodien nachgesungen oder gesummt wurden.

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