Mühldorf – Für viele Musikfreunde in der Region ist es immer ein großes Ereignis, wenn das grenzüberschreitende Jugendorchester sein Jahreskonzert gibt. Nach einer einwöchigen intensiven Probenphase präsentierte sich das junge Orchester unter der Leitung ihres Dirigenten Ingmar Beck im Mühldorfer Stadtsaal. Solisten waren llia Marinescu, Sopran und Johannes Gerl, Horn.
Bereits die zu Beginn aufgeführte Ouvertüre zum Singspiel „Der Schauspieldirektor“ von Wolfgang Amadeus Mozart erklang in einer glasklaren Leichtigkeit, die dem Stück genauso angemessen war wie der laue Sommerabend. Hier konnte man eine bestens funktionierende Zusammenarbeit zwischen Orchester und ihrem Dirigenten Ingmar Beck beobachten, so wurde die Ouvertüre zu einem gelungenen Einstand.
Darauf folgte die Konzertarie op. 65 von Ludwig van Beethoven, ein Werk, das im gängigen Konzert-Repertoire selten zu hören ist. Der Sopranistin Ilia Marinescu gelang es in „Ah, perfido“- (Ach! Du Treuloser), die Empfindungen einer verlassenen Geliebten von Zorn über Selbstmitleid bis zur Trauer ausdrucksvoll zu gestalten. Mit der gefühlvollen Kantilene in „Per pieta“ – (Hab‘ Erbarmen) – sang sich die Sopranistin mit ihrer kristallklaren Stimme in die Herzen der Zuhörer. Das Orchester begleitete mit dynamisch ausgereiftem Spiel.
Ein weiterer Glanzpunkt war Mozarts Hornkonzert Es-Dur, KV 417. Den Solopart übernahm der Hornist Johannes Gerl aus Salzburg. Er zeigte sich äußerst versiert und als ein Meister der Technik, der seinen Part absolut souverän beherrschte und mit dem Orchester hervorragend harmonierte. Mit seinem Solospiel gab er dem Publikum eine Kostprobe der vielen Klangfarben und Möglichkeiten eines Horns, von schöner Kantilene bis zu virtuosen Passagen.
Den Abschluss bildete die Sinfonie Nr. 101 in D-Dur von Joseph Haydn. Ihren Beinamen „Die Uhr“ verdankt sie einer gleichmäßig pendelnden Begleitfigur im zweiten Satz. In dem viersätzigen Werk zeigte das junge Orchester nochmals eindrucksvoll die Früchte einer intensiven Probephase – hier gebührt auch den drei Dozenten Sophie Tobos, Monika Gaggia und Edi Geroldinger große Anerkennung. Die 40 Musiker überzeugten mit einem angenehm warmen und satten Orchesterklang und gestalteten Haydns originelle und ungewöhnliche Einfälle mit viel junger Spielfreude. Zum Erfolg des Abends trug nicht zuletzt das überlegene Dirigat von Ingmar Beck bei, der mit großem Engagement das Orchester und Publikum zu inspirieren wusste.
Groß war die Begeisterung im Saal, und nach lang anhaltendem Applaus überraschte das junge Orchester als Chor, und sang den Hit „Lady Sunshine and Mister Moon“ als Zugabe.