Ein Bäcker, der zum Künstler wurde

von Redaktion

Michael Stowasser stellt Bilder mit flüssigem Kunstharz her, die er nun in der Studiogalerie im Haus der Kultur zeigt

Waldkraiburg – Freilich weiß er noch wie das Brotbacken geht, obwohl er sich schon längst anders orientiert hat. Die Rede ist von Michael Stowasser, ein gelernter Bäcker, der vor Jahren seine Liebe zur Kunst entdeckte. Nach fast drei Jahrzehnten in verschiedenen Backstuben hantiert der Chiemgauer jetzt nicht mehr mit Mehl und Hefe, sondern mit flüssigem Kunstharz.

„Ich bin wohl schon immer etwas anders als die anderen gewesen“, sagt Michael Stowasser über sich. Einen „normalen“ Beruf bis ins Rentenalter hinein auszuüben sei deshalb so gar nicht sein Ding. Auf der Suche nach dem richtigen Platz im Leben kamen ihm viele Ideen in den Kopf. Dann landete der 47-Jährige erstmal an den Ufern verschiedenster Gewässer. Seine Spaziergänge dienten allerdings weniger der Erholung als der ausgedehnten Suche nach Treibholz. Angeschwemmtes Holz zu sammeln und aus diesem Skulpturen zu schnitzen, entwickelte sich langsam zu einer Leidenschaft. „Ich fing mit dem Verkauf von Treibholz sowie von meinen Objekten ganz klein auf Ebay an. Mittlerweile betreibe ich einen Onlinehandel“, sagt der Chiemgauer, der aber vor mehreren Jahren zusätzlich völlig Neues ins Visier nahm. Eine USA-Reise inspirierte ihn, Bilder mit flüssigem Kunstharz herzustellen. „Resin Painting“ heißt die Maltechnik, die in Deutschland noch relativ unbekannt ist. „Als ich während meines Aufenthalts in den Vereinigten Staaten zum ersten Mal auf Bilder aufmerksam wurde, die in dieser Weise entstanden sind, war ich sofort fasziniert.“ Es dauerte daher nicht lange, bis er daheim in seinem Grabenstätter Atelier zu experimentieren anfing.

Die einzelnen Techniken mit flüssigem Kunstharz üben auf den 47-Jährigen einen außergewöhnlichen Reiz aus. Durch gezielte Farbverläufe entstehen spezielle Effekte und immer wieder neue Ergebnisse. Was immer gleich bleibt, ist, dass die Zeit drängt. Nach etwa 45 Minuten fangen Harz und Härter nämlich an, sich zu verfestigen. Also muss schnell gearbeitet werden, um ein ästhetisch wirkendes Bild zu schaffen. Den Malprozess und die Farben auf sich wirken lassen, um im entscheidenden Moment darauf zu reagieren – so lässt sich „Resin Painting“ wohl am ehesten beschreiben.

Wer nun neugierig auf die Kompositionen von Michael Strowasser geworden ist, der hat seit gestern in der Studiogalerie im Haus der Kultur die Möglichkeit, die Exponate zu bestaunen. Die Ausstellung unter dem Titel „Farbenspiel“ läuft bis 23. September und kann zu folgenden Öffnungszeiten besichtigt werden: Dienstag bis Freitag von 12 bis 17 Uhr; Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr.

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