Musikalische Höhenflüge im Ahnensaal

von Redaktion

Dozenten und ausgewählte Kursteilnehmer gestalten gemeinsam ein mitreißendes Akademiekonzert

Mühldorf/Zangberg – Dass sich die Musikpädagogen der Mühldorfer Sommerakademie selbst mit einem erlesenen Konzert vorstellen, hat Tradition. Und da sich außergewöhnliche Qualität herumspricht, hatte am Freitag das Akademiekonzert im Ahnensaal von Kloster Zangberg enormen Publikumszulauf.

Dozenten und ausgewählte Kursteilnehmer eröffneten den Abend mit dem Divertimento D-Dur, KV 136 von Wolfgang Amadeus Mozart. Das 15-köpfige Streicherensemble führte sich unter der inspirierenden Geigerin Natalia Prishepenko als wunderbarer Klangkörper ein, der zugleich Kraftfülle, tonliche Frische und äußerste Klarheit demonstrierte. Mozarts bekanntes Werk erklang in einer sehr ambitionierten Interpretation, die vom Publikum im vollen Saal mit viel Applaus belohnt wurde. Sehr zur Freude der vier Professoren der Akademie: Neben Natalia Prishepenko, Violine, spielten Erich Wolfgang Krüger, Viola, Hans-Jakob Eschenburg, Violoncello, und Frithof-Martin Grabner, Kontrabass.

Der Kontrabassist führte zudem gekonnt durch das Konzertprogramm, gab Erklärungen zu den Stücken und Komponisten und hatte darüber hinaus so manche Anekdote im Gepäck.

Anschließend gesellte sich Pianist Zhora Sargsyan zu den Streichern, auf dem Programm stand das Klavierquintett Es-Dur op. 87 von Johann Nepomuk Hummel – ein Werk, das in seiner Besetzung ein direkter Vorläufer von Schuberts Forellenquintett ist. Der junge Pianist profilierte sich mit seinem stark führenden Klavierpart als hinreißender Virtuose voller Gestaltungskraft. Im ausgezeichneten Dialog mit den weiteren Musikern und dank seiner facettenreichen Anschlagskultur geriet das wechselvolle Werk zu einem Klavierkonzert im Kleinen.

Zum Höhepunkt des Abends spielten die vier Professoren mit der Pianistin Ludmilla Kogan das Quintett in A-Dur D667, das sogenannte „Forellenquintett“ von Franz Schubert – eines der heitersten und zugleich auch bekanntesten Kammermusikwerke des Komponisten. Alle fünf Sätze dieses klangvollen Werks wurden mit einer fulminanten Kraft und Energie vorgetragen, die an Stärke das Hummels-Quintett noch überbot. Die Pianistin bewies viel Feingefühl und ordnete sich mit differenziertem Anschlag gleichberechtigt in das Streichergeflecht ein. Das bestens disponierte Ensemble beeindruckte durch fein abgestimmtes Zusammenspiel, exzellenten Klang und sichtbare Freude am gemeinsamen Musizieren.

Im „Scherzo“, dem Schubert eine köstliche Fröhlichkeit verliehen hat, warfen sich die exzellenten Musiker im munteren Spiel die Bälle zu. Schuberts Lied „Die Forelle“ spielten die Streicher am Beginn wunderbar innig, ehe das hochkarätige Ensemble in den sechs heiteren Variationen mit ausdrucksstarkem Spiel glänzte. Das anspruchsvolle „Presto Finale“ mit seinen sowohl leidenschaftlichen Passagen als auch lyrischen Momenten löste tosenden Schlussbeifall aus. Die Künstler bedankten sich mit der Wiederholung von Schuberts Lied „Die Forelle“ als Zugabe.

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