Helga Brenninger und Band auf „Frei“-Tour im Mettenheimer Kulturhof
Mit viel Herz
Mettenheim – Helga Brenninger liebt es, auf der Bühne zu stehen und ihre Fans zu begeistern. Auch wenn der Saal im Kulturhof nur halb gefüllt war, hielt das die Künstlerin nicht davon ab, gut gelaunt und völlig frei in ihrer Begeisterung für die Musik und das Entertainment aufzugehen.
So gerät ein Konzert mit Helga Brenninger und ihrer Band von Anfang an zu einer Begegnung mit Freunden. Ganz locker, beinahe familiär, präsentiert sie ihre Lieder, die allesamt vom puren Leben erzählen: mal fröhlich, mal nachdenklich, auf jeden Fall ehrlich, immer bayerisch und niemals oberflächlich.
Musik ist für die Singer-Songwriterin nicht nur ein kreatives Ausdrucksmittel für eigene Gefühle und Gedanken, sie ist ihr inzwischen zum Lebenselixier geworden. Den ersten Song des Abends („Boid bist wieda do“) schrieb sie einst für ihren damals erkrankten Ehemann, der sie heute umfassend unterstützt. Damals merkte sie, wie tröstlich und befreiend es sein kann, sich ganz der Musik hinzugeben – und blieb dabei.
„I glaub, i fliag“ singt sie und zeigt damit, dass sie ihren ganz persönlichen Platz im Leben gefunden hat. Das beweisen einerseits die erfolgreichen beiden CDs „Mitten im Lebn“ und „Frei“, das spürt aber auch der Zuhörer, der sich während des Live-Auftritts entspannt zurücklehnen und ein Stück weit seine Probleme ausblenden kann. „Wunder“, „Weit, weit naus“ oder „I bin i“ bestärken dieses Bild und sorgen im Saal für absolutes Wohlbefinden.
Die Kraft für die Musik schöpft die Liedermacherin aus der Natur. In den Bergen ihrer Heimat entstehen Lieder wie „Merkst das?“ oder „D’Sunn scheint schee“, hier spürt sie sich als Teil des Ganzen und holt sich die positive Energie, die sie während ihrer „Frei“-Tour auch auf der Bühne spürbar ausstrahlt.
Ob schnell, rhythmisch oder getragen: Brenningers Begleitband – Bertram Liebmann (Piano), Bernd Mayer (Drums, Cajon, Percussion) und Marcel Diehl (Bass, Guitar) – fühlt sich in allen Stilvarianten zu Hause und mischt die einzelnen Songs, auch im Background, zu einem homogenen Ganzen. Dabei spiegelt sich die musikalische Handschrift des Österreichers Bertram Liebmann nicht nur in zahlreichen Arrangements der „Chefin“ wider, sondern auch auch in eigenen Kompositionen. Was dabei herauskommt, nennt sich präzise „Puzzle-Spui“ und entpuppt sich als österreichisch-bayerischer Samba, der beim Mettenheimer Publikum sofort gut ankam.
Auch „I woas ned wos i wui“ und „Stadlparty“, ein mitreißender Partysong, bei dem in Mettenheim das Wort „Stadl“ durch „Kulturhof“ ersetzt wurde, erwiesen sich als echte Punktlandungen. Mit den beiden Zugaben „Stoi da vor“ – eine bayerische Version von John Lennon’s „Imagine“ – und „s’letzte Liad“ verabschiedeten sich die Musiker dann von ihrem begeisterten Publikum.