Bravorufe und stehende Ovationen

von Redaktion

Das Kammermusikensemble aus Basel unterstützt einmal mehr mit einem erlesenen Kammermusikabend den Hospizverein

Mühldorf/Zangberg – Klassik für den guten Zweck: Am Freitagabend spielte das Basler Kammermusikensemble zum 16. Mal für den Anna Hospizverein im historischen Ambiente des Ahnensaals des Klosters Zangberg. Adelina Oprean und Anja Bartos, Violine, Andrei Harabagiu, Viola, Sebastian Braun, Violoncello, und Gérard Wyss, Klavier, bescherten dem aufmerksamen Publikum ein wunderbares Konzert.

Der Abend begann mit dem Klavierquartett c-Moll op. 60 von Johannes Brahms. Das autobiografische Werk spiegelt die schmerzvolle Erfahrung der unerfüllten Liebe zu Clara Schumann und einen Zustand tiefster Verzweiflung wider. Der erste Satz „Allegro non troppo“ ist von Schmerz, Sehnsucht und Klage erfüllt. Die vier großartigen Musiker verstanden es im wohl abgestimmten Spiel zwischen Klavier und Streicher, die orchestrale Klangfülle der Musik besonders hervorzuheben. Das „Scherzo“ mit seinem düsteren Moll und unruhig-jagendem Rhythmus wurde mit enthusiastischem Schwung zu Gehör gebracht. Dem folgte ein friedvolles „Andante“ als einer der schönsten langsamen Sätze des Komponisten. Eingebettet in sanft wiegende Klavierklänge gelang es Sebastian Braun, Cello, und Adelina Oprean, Violine, die Zuhörer mit schönen Kantilenen zu verzaubern. Im wechselvollen Finale, in dem sich die lebhaften Achtel-Figuren des Gérard Wyss mit den Streichern zu einem gelungenen Dialog zusammenschlossen, gelang den vier Instrumentalisten eine atemberaubende Demonstration ihres Zusammenspiels. Nach der Pause gesellte sich Anja Bartos, Violine, zum Quartett. Auf dem Programm stand das A-Dur-Klavierquintett op. 81 von Antonin Dvorak. Das eröffnende „Allegro“ mit seinem volksliedhaften Thema – vom Cellisten Sebastian Braun und der Geigerin Adelina Oprean mit viel Ausdruck vorgetragen und von Gérad Wyss wiegendem Klavierpart begleitet – nahm die Zuhörer gefangen. Auch das Seitenthema mit seiner empfindsamen Melodie brachte Bratschist Andrei Harabagiu wohlklingend zum Ausdruck. Der zweite Satz „Dumka“ ist eine slawische, erzählende Volksballade. In dessen lyrischen Kantilenen entfalteten sich die Geigerinnen Adelina Oprean und Anja Bartes im zauberhaftem Zwiegespräch. Im temperamentvollen „Finale“ schöpften sie das Ausdrucksspektrum zwischen Cantabile-Passagen und rhythmischer Vitalität differenziert aus und machten das Zuhören zum Erlebnis.

Für die Bravorufe und stehende Ovationen bedankte sich das Ensemble mit dem „Trio“ aus dem dritten Satz „Furiant“ als Zugabe.

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