Mühldorf – Fünf verschiedene Arten Energie zu gewinnen, haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Klimaschutztour im Rahmen der Geschichtstage am Wochenende kennengelernt. Alle Stationen hatten eines gemeinsam: Dort wird mit regenerativen Energien gearbeitet.
Ganz klimafreundlich waren die meisten der Teilnehmer in Begleitung der Organisatoren des Landratsamtes und des Bauernverbandes mit dem Bus zu den Anlaufstellen im Landkreis unterwegs. Zunächst lud Landwirt Hans Donislreiter auf seinen Hof in der Gemeinde Oberneukirchen ein. Dort steht seit 1923 ein Windrad – aus Stahl – davor war es aus Holz. Das Windrad pumpte Grundwasser an die Oberfläche. Der 25 Meter hohe Turm ist zwar heute nicht mehr zur Energiegewinnung in Betrieb, Hans Donislreiter wollte ihn dennoch restaurieren. Durch diesen Idealismus, wie der Kreisobmann des Bauernverbandes, Uli Niederschweiberer, und die Koordinatorin der Geschichtstage, Professor Waldtraud Schreiber, es nannten, bleibe ein Stück Geschichte der Nachwelt erhalten. Die Idee des hydraulischen Widders ist ebenfalls eine ältere. Ursprünge der Konstruktion, mit der ohne Strom Wasser gepumpt werden kann, gehen auf das 18. Jahrhundert zurück. Norbert Samweber, der die Widder heute vertreibt, erklärte nicht nur deren Funktionsweise. Bei der Besichtigung in der Gemeinde Polling konnten die Teilnehmer der Geschichtstage auch ein Gerät im Einsatz sehen. Häufig komme es auf Almhütten zum Einsatz, die höher lägen als ihre Wasserquelle, so Samweber.
Für Landwirte ist es nichts Neues: Wärmerückgewinnung aus der Milchkühlung. Für viele Tour-Teilnehmer war es das schon. Milch muss innerhalb weniger Minuten nach dem Melken, wenn sie etwa 30 bis 35 Grad hat, auf wenige Grad – vier bis sechs – gekühlt werden. Christian Niederschweiberer, dessen Hof in der Gemeinde Lohkirchen liegt, gewinnt bei diesem Prozess Warmwasser für die Arbeit auf dem Hof. Nebenbei durften die Besucherinnen und Besucher einen Blick in den Stall werfen.
Neue Energie gab es durch eine Mittagspause im Gasthaus Sengmüller in Ranoldsberg nicht nur durch das Essen. Familie Sengmüller gewährte nämlich einen Blick auf ihre Biogasanlage, mit der das Gasthaus, die Pension und das Wohnhaus sowie ein Teil der Nachbarschaft versorgt werden. Die Gülle der Rinder kommt gemeinsam mit Energiepflanzen in die Anlage, die dann Wärme und Strom produziert. Im Betrieb von Lorenz Waldinger bei Buchbach, liefert Holz die Energie für Kunden. Waldinger stellt mit Mitarbeitern Hackschnitzel her. Er führte die Maschinen vor, die aus riesigen Baumstämmen kleine Hackschnitzel machen.kob