Karl Bürger, Karl Bösenecker: „Die Bayerische Tauernbahn Landshut – Mühldorf – Freilassing“ ist im Oktober 2018 in einer Auflage von 1500 Stück erschienen, 272 Seiten mit 492 Bildern, von den Abbildungen sind 292 in Farbe. 39,90 Euro (ISBN 978-3-00-059435-9, Selbstverlag), zu bestellen per E-Mail: karl-buerger@t-online.de, aber auch telefonisch: 08122/3597.
Das Buch
Dass die Bahnstrecke von Landshut über Mühldorf nach Freilassing einst als „Bayerische Tauernbahn“ bezeichnet wurde, ist in Vergessenheit geraten. Für die Autoren Karl Bürger und Karl Bösenecker höchste Zeit, ein Buch über die bewegte Geschichte der Bahnstrecke zu veröffentlichen.
Von der Bimmelbahn zur Ausbaustrecke
Mühldorf/Neumarkt-St. Veit – 272 Seiten, die es in sich haben. Und zwar nicht nur für Eisenbahnfans, sondern für alle, die sich für Zeitgeschichte interessieren. Denn das mit zahlreichen Bildern, Plänen und Grafiken illustrierte Buch beleuchtet intensiv die interessante, ja teils kuriose Geschichte der „Bayerischen Tauernbahn“ – von den Anfängen bis in die Gegenwart. Präzise schildern die Autoren Karl Bürger und Karl Bösenecker, wie die Bahnverbindung aus sechs Teilen „zusammengeflickt“ worden ist.
Den Anfang machte das 1875 eröffnete Teilstück zwischen Neumarkt und Mühldorf der einstigen Ostbahnlinie, die von Plattling über Frontenhausen nach Mühldorf führte. Dazu kam die von 1878 bis 1883 als „Sekundärbahn“ gebaute Verbindung zwischen Landshut – Vilsbiburg – Neumarkt. 1890 nahm schließlich die Lokalbahn von Freilassing nach Laufen ihren Betrieb auf, die 1894 nach Tittmoning verlängert wurde. Das nächste Teilstück stieß 1897 mit der in Betrieb genommenen Lokalbahn zwischen Mühldorf und Burghausen dazu. Und 1908 war die „Bayerische Tauernbahn“ dann komplett – dank einer Neubaustrecke, die als letzte „königlich bayerische“ Hauptbahn in Betrieb ging.
Bürger und Bösenecker widmen sich aber auch den Zweigstrecken Wiesmühl – Tittmoning und Garching – Traunstein sowie dem Abschnitt Tüßling – Burghausen. Dabei konnte Karl Bürger unter anderem auf Material zurückgreifen, das er bereits für sein 2017 erschienenes Buch „München – Mühldorf – Simbach. Glanz, Niedergang und Renaissance einer königlich bayerischen Eisenbahn“ gesammelt hatte.
Auch in diesem Buch bleibt Karl Bürger seinem Stil treu und lässt eben nicht nur Daten und Fakten sprechen, sondern wirft zusammen mit Karl Bösenecker auch einen Blick auf die Lebensumstände der Menschen und auf die Gegebenheiten der jeweiligen Zeit. Unter anderem wird deutlich, dass in den „königlich bayerischen Zeiten“ das Verhältnis der Ministerialbürokratie zu den „Unterthanen“ recht abgehoben war. Dabei erstreckt sich der zeitliche Horizont von der „Bimmelbahnzeit“ bis zu den geplanten Neu- und Ausbauprojekten, die – wenn sie in Angriff genommen werden – die gesamte südostbayerische Region verändern werden. Die Zukunft der „Bayerischen Tauernbahn“ wird nämlich in der Integration ihres südlichen Teils in der „ABS 38“ von München über Mühldorf nach Freilassing liegen. Auch der nördliche Abschnitt könnte zusammen mit der Bahnlinie Mühldorf – Rosenheim als Teil einer Zulauf- und Abfuhrstrecke zum beziehungsweise vom künftigen Brennerbasistunnel an Bedeutung gewinnen. Bis es soweit ist, können sich Eisenbahnfreunde mit Karl Bürgers neuem Buch an die Vergangenheit halten.
Die Autoren
Karl Bürger, Vorsitzender des Pro-Bahn-Arbeitskreises Walpertskirchen, ist ein profunder Kenner des Eisenbahnwesens. Nach einigen Aufsätzen in Fachzeitschriften brachte er im Jahr 2013 sein erstes Buch „Von königlich bayerischen Zeiten zur S-Bahn und Flughafenbahn“ heraus. 2017 folgte „München – Mühldorf – Simbach. Glanz, Niedergang und Renaissance einer königlich bayerischen Eisenbahn“. Karl Bösenecker ist Vorsitzender des Vereins Verkehrsforum Berchtesgadener Land. Er hat seit Mitte der 1960er-Jahre das Betriebsgeschehen auf der Bayerischen Tauernbahn verfolgt.