Mitreißende Klänge aus Louisiana

von Redaktion

Waldkraiburg – Wenn der Herbst ins Land gezogen ist, macht sich seit einigen Jahren eine illustre Musikerkarawane auf zu ihrer Tournee durch Deutschland. Zum fünften Mal machte das American Cajun, Blues & Zydeco Festival Station im Haus der Kultur in Waldkraiburg. Wie immer vortrefflich moderiert von Impresario Michael Bentele präsentierten sich auch diesmal drei unterschiedliche Acts auf der Bühne im gut besuchten kleinen Saal.

Mit einem Tribut an die großen Cajunfiddler Louisianas eröffnete der „Le Clou“-Geiger Johannes Epremian mit seinem Soloprogramm Blues â Bébé den Abend. Two Steps und Walzer klingen auf seiner Geige teils ausgelassen und fröhlich, sind aber im Hintergrund durchzogen von Schmerz und harter Arbeit, Ausdruck der Gefühle der französischen Kultur im Südosten der Vereinigten Staaten. Es ist die ursprünglichste Form des Cajun, dargeboten mit nur einem Instrument und Gesang. Am Ende seines Auftritts griff Epremian zur Gitarre und holte sich als Verstärkung den Bluesgitarristen Roddie Romero zur Seite.

Jener Roddie Romero bestritt gemeinsam mit Lee Allen Zeno am Bass und Jermaine Prejean am Schlagzeug den zweiten Teil des Festivals. Romero ist in Waldkraiburg kein Unbekannter, war er doch im letzten Jahr ein Teil der Band von Yvette Landry beim ACBZ. Mit dem Trio aus Lafayette wurde der Sound im Saal etwas härter und lauter. Blues, gespielt von drei gestandenen Musikern, erfüllte nun den Raum: mit Gitarrenriffs, harmonischen Bassläufen und einem rhythmischen Schlagzeug.

Ruben Moreno & Dwight Carrier Zydeco Soul entführten das Publikum dann in eine Mischung aus Zydeco und R & B. Moreno wird in Zydeco-Kreisen auch der „Jimi Hendrix des Akkordeons“ genannt. Flinke Finger wirbelten über die Tasten – mit einer Leichtigkeit, die nur staunen ließ. Begleitet wurde er von Dwight Carrier an der Gitarre, Joseph Whitfield am sechssaitigen Bass und Albert Stewart am Schlagzeug. Eine professionelle Show mit vielen Songs („Fantasy“, „At the Trailride“ oder „You will Cry“) aus der extra für die Europatour zusammengestellten CD wurde zum dritten Höhepunkt des Abends.

Den krönenden Abschluss gab es mit allen Musikern gemeinsam auf der Bühne, die ihre Fans mit dem Song „Jambalaya“ in die Nacht entließen. Auf ein Neues im nächsten Herbst. Gerald Kampe

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