Mühldorf – Zum Auftakt Beethovens Klavierkonzert Nummer 4: Zusammen mit dem Pianisten Tobias Jackl eröffnete das Symphonieorchester Mühldorf am Samstagabend sein Herbstkonzert. Gelungener Auftakt eines Feier-Abends mit Doppel-Jubiläum: Zum einen hat Dirigent Georg Haider vor genau zehn Jahren die Leitung des Orchesters übernommen (wir berichteten), zum anderen trat das Orchester damals – also ebenfalls genau vor zehn Jahren – erstmals in der Aula der Mühldorfer Mittelschule auf. Nach Beethovens romantischem Klavierkonzert wechselte das vorwiegend aus Laien bestehende Orchester zum Impressionismus: Die 40 Musiker spielten anlässlich des 100. Todestages von Claude Debussy dessen Komposition „Claire de lune“. Es folgten weitere zeitgenössische Stücke der Franzosen Gabriel Faure und Camille Saint-Saens.
Gleich das Klavierkonzert mit Gastpianist Tobias Jackl faszinierte das Publikum: Dem 33-Jährigen wie dem Orchester gelang der Dialog untereinander. Gleich einem Echo wiederholte das Orchester das Piano. Piano-Soli und Symphonie bildeten eine Einheit, indem beide Teile im wunderbaren Ausgleich standen. Der ursprünglich aus Schwindegg stammende Jackl zeigte dabei, dass er sowohl das Zusammenspiel als auch das Solo beherrscht. Gleich einem Brunnen plätscherte Wasser aus dem Klavier in den ruhenden See des Orchesters, lud zum Tanzen ein, wurde dann wieder unruhig, um sich wieder im romantisch-träumerischen zu verlieren. Den lautstarken Beifall des Publikums belohnte Jackl mit einer kleinen Zugabe.
Nach der Pause standen drei Stücke aus dem französischen Impressionismus auf dem Programm. Immer wieder hatten die Musiker darin kleine Soli zu meistern – obwohl das Mühldorfer Orchester wenig stark besetzt ist: Nur jeweils zwei bis drei Musiker spielen Viola, Horn, Trompete, Fagott oder Klarinette. Manches Mal kamen so diese kurzen Soli sehr zaghaft bei den Zuhörern an – kein leichtes Unterfangen für die Musiker. So wurde deutlich, wie sehr Profi-Pianist Jackl die Musiker im ersten Stück gestützt und geführt hatte.
Dennoch: Das Orchester verlor sich zwar in den dramatischen Passagen immer wieder, fand aber in den harmonischen wieder zu einer Einheit zurück.
Am Ende bleibt dennoch der Eindruck eines sehr stimmigen Mühldorfer Symphonieorchesters, das mit Freude und viel Einsatz bei der Sache ist – nicht nur im Herbstkonzert.