Zangberg – Vor 20 Jahren traten Florian Sonnleitner, Violine und Eva Barbarino, Klavier zum ersten Mal als Duo in Zangberg auf. Dem erfolgreichen Auftakt entwuchs ein jährlich wiederkehrendes Duo-Konzert, ein fester Platz im heimischen Kulturleben. Am Sonntag feierten die beiden Musiker im voll besetzten Ahnensaal mit musikalischem Glanz ihr Jubiläum. Florian Sonnleitner führte das Publikum mit fundiertem Fachwissen durch das Programm.
Zum Auftakt spielte das Duo die Violinsonate in B-Dur KV 454 von Wolfgang Amadeus Mozart. Das eröffnende wuchtige „Largo-Allegro“ mit seinen weitaus rührenden Doppelgriffen der Geige, seinen kraftvollen Klavierakkorden und seinen klangvollen Passagen brachten Florian Sonnleitner und Eva Barbarino geschmeidig und farbenreich zum Ausdruck. Nach dem wechselvollen Kopfsatz geriet das lyrische „Andante“ zu einem Lied ohne Worte. Im Rondo-Finale entfaltete sich im Tanzrhythmus der Gavotte schließlich ein lebhafter Dialog zwischen beiden Instrumenten. Mit brillanten Passagen kam das Werk zum Abschluss.
Anschließend wechselte Florian Sonnleitner von der Violine zur Viola, es folgten die „Märchenbilder für Viola und Klavier“ op. 113 von Robert Schumann. Das Duo verstand es dabei im friedlichen Dialog aufs Innigste miteinander zu kommunizieren. Im Stück glänzte Florian Sonnleitner mit springender Bogentechnik und klangvollen Doppelgriffen. Auch das vierte „Märchenbild“ spielte er auf den tiefen Saiten in bezaubernder Wärme aus. Eva Barbarino beeindruckte am Flügel mit klarem, plastischem Anschlag und umspielte feinsinnig den melodischen Gehalt der Figuren.
Nach der Pause entführte das Duo die Zuhörer mit den „Rumänischen Tänzen“ von Béla Bartók in die volksmusikalische Welt des Balkan. Ein Paradestück, in dem Florian Sonnleitner mit sichtbarer Spielfreude und gestalterischer Sicherheit brillierte. Die beiden Künstler ließen dabei den klanglichen Reichtum und die Vielfalt des Dorflebens in Siebenbürgen im Konzertsaal lebendig werden. Das kunstvolle Spiel strahlte mit liedhaft-tänzerischer Beschwingtheit eine große Lebensfreude aus.
Schlusspunkt des Abends war die begeisternde Darbietung der f-Moll-Sonate für Viola und Klavier op. 120 Nr.1 von Johannes Brahms. Scheinbar mühelos und doch überaus konzentriert spielten Florian Sonnleitner und Eva Barbarino den ersten Satz. Im nachfolgenden „Andante un poco Adagio“ kosteten sie im intimen Dialog zwischen Viola und Klavier die innigen Kantilenen bis in die kleinsten Nuancen aus. Den tänzerisch leicht gespielten Finalsatz „Allegro grazioso“ belohnten die Zuhörer mit langem Applaus.
Den Beifallssturm hatten sich die beiden mehr als verdient, sie verabschiedeten sich mit dem „Tambourin Chinois“ von Fritz Kreisler als Zugabe.