Waldkraiburg – Im Haus der Kultur stand am Sonntagabend das 66. Jahreskonzert der Orchestergemeinschaft Waldkraiburg auf dem Programm. Unterstützung kam vom Kammermusikensemble Pfarrkirchen sowie den jungen Solisten Richard Petz (26), Posaune, und Botond Springs (18), Trompete. Das vorwiegend aus Laien bestehende Orchester zeigte sein Können sowohl im kleinen Ensemble von acht Musikern, im Zusammenspiel mit den Bläsersolisten als auch in voller Besetzung mit rund 25 Instrumenten.
Mit einem Konzert für Alt-Posaune und Orchester holte Dirigent Ferenc Szelim Bene eine Komposition von Georg Christoph Wagenseil aus den Archiven. Der weitgehend vergessene Komponist war Zeitgenosse von Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart. Richard Petz zeigte dabei, wie melodisch eine Posaune klingen kann: Die schnellen Abfolgen und großen Sprünge in den Tonhöhen sind von Violinen bekannt, werden hier aber auch vom Blechbläser erwartet. Gleich einem Dialog sprachen Streicher und Posaune miteinander und gaben Sequenzen als Echo gegenseitig wieder.
Auch der 18-jährige Botond Springs zeigte auf der Trompete sein Geschick: Johann Nepomuk Hummel forderte langen Atem von dem Solisten. Sympathisch kam besonders die Mimik des jungen Musikers beim großen Publikum an. So zeigte sich stets, wenn nach langen Sequenzen ohne einzuatmen, die Luft langsam dünn wurde. Darüber hinaus ließen sich auch die wenigen Patzer unverzüglich an seinem Gesicht ablesen – ohne sein Stirnrunzeln wäre sicherlich nichts aufgefallen. Nichtsdestotrotz trat der junge Springs mutig wie präsent auf und verzauberte seine Zuhörer.
Nicht nur die Solisten waren sehr jung, auch im Orchester spielten Kinder mit. Entsprechend der früh angesetzten Uhrzeit um 18 Uhr saßen auch überraschend viele Kinder im Publikum.
Insgesamt wertschätzte Dirigent Bene mit der Wahl der Stücke gleichsam alle Instrumente. Dies begann mit Joseph Haydns Divertimento für Bläser, in dem Horn und Fagott dominierten. In den Kompositionen mit den Solisten überwogen zudem Streicher und Flöten. Für Claude Debussys Petite Suite gesellte sich Solist Springs zu den Bläsern nach hinten in das Orchester. Hinzu kamen Harfe und Triangel, die dem Stück besondere Akzente setzten.
Mit diesen vier Sätzen – Andantino, Marsch, Menuett und Ballett – endete der Konzertabend und erinnerten an ein kuscheliges Zubettgehen nach romantischer Bootstour, erfolgreicher Jagd und Tanz.