Burghausen – 50 Jahre Jazzwoche: Ein großes Fest soll es werden, ein Jubiliäum der Extraklasse. Und das lässt sich die Stadt Burghausen einiges kosten. Mit einem Budget von rund 750000 Euro fließt so viel Geld in das Programm wie nie zuvor. Unter dem Strich stehen von 26. bis 31. März viele prominente Namen, die der Jazzwoche 2019 ihren Stempel aufdrücken sollen. Allen voran Jamie Cullum (wir berichteten), den die Burghauser noch von seinem Gastspiel 2014 in bester Erinnerung haben. Außerdem mit von der Partie: Al Di Meola, „Earth, Wind And Fire“ und die mehrfache Grammygewinnerin Dianne Reeves.
Einst als ambitioniertes Vorprogramm gestartet, hat sich der Nachwuchsjazzpreis längst zu einer echten Attraktion der Jazzwoche entwickelt. Am Dienstag, 26. März, spielen im Stadtsaal wieder fünf Finalisten um den mit 10000 Euro dotierten Preis. Darüber hinaus winkt den Siegern am Mittwoch, 27. März, ein Auftritt in der Wackerhalle, wo im zweiten Teil des Abends die Schlagzeugerin Terry Lyne Carrington ihr Vocal-Projekt „Sing the truth“ vorstellt. Vokalistinnen sind die Grammygewinnerin Dianne Reeves sowie Lizz Wright und Angelique Kidjo.
Al Di Meola trug einst den inoffiziellen Titel des schnellsten Gitarristen der Welt. Am 28. März eröffnet er mit seinem Programm „Opus 2019“ den Abend in der Wackerhalle. Zu hören sind unter anderem Kompositionen von Piazzolo und den Beatles. Anschließend erlebt das Publikum eine Welturaufführung, wenn die Neuen Berliner Philharmoniker und der kubanische Pianist Ramon Valle seine „Latin Jazz Symphonica“ spielen.
Funkig geht es dann am Freitagabend in der Wackerhalle zu, wenn „Earth, Wind And Fire“ erstmals ihre Visitenkarte in Burghausen abgeben. Als Gitarristen haben sie Al McKay im Gepäck, der für manchen EWF-Hit als Komponist verantwortlich zeichnet. Dass die Wackerhalle am Samstagabend zum Konzert von Jamie Cullum brechend voll sein wird, steht schon jetzt außer Frage. Zuvor gestalten die US-Legenden Lucky Peterson und Walter Trout den traditionellen Bluesnachmittag. Wer experimentelle Musik aus Skandinavien mag, ist am Samstagabend im Stadtsaal mit der Gruppe Rymden, dem Elektrojazztrompeter Petter Molvaer und die Reggaemusiker Sly & Robbie genau richtig. Ein Wiedersehen und Wiederhören organisiert die Interessengemeinschaft Jazz am Sonntagnachmittag im Stadtsaal, wenn sie drei ehemalige Nachwuchspreis-Siegerbands aus den vergangenen Jahren auf die Bühne bittet (siehe oben „Das Programm“). Das ansonsten übliche Abschlusskonzert der „Next Generation“ entfällt.
Den Rahmen der 50. Jazzwoche bilden einmal mehr die samstägliche Jazznight in der Altstadt sowie die Late Night Sessions im Mautnerschloss. Die IG Jazz verspricht zum Jubiläum jedenfalls „eine Woche voller kreativer Sounds, spannender Entdeckungen und eindrucksvoller Begegnungen.“