Hohe Kunst zum Jubiläum

von Redaktion

Mit einem abwechslungsreichen Programm feierten die Musikfreunde 30. Geburtstag

Mühldorf/Zangberg – Wenn der „Förderverein der Musikfreunde Mühldorf“ zum Konzert einlädt, muss er seine Gäste nicht lange bitten. So war das auch am Sonntagabend anlässlich des Konzerts zum 30-jährigen Vereinsjubiläum – im gut gefüllten Ahnensaal des Klosters Zangberg.

Renommierte Künstler aus dem Vorstand boten ein abwechslungsreiches Konzert. Den Einstieg machte das Ehepaar Ulrike und Josef Überacker mit der gefälligen Sonate in C-Dur für Flöte und Klavier von Gaetano Donizetti. Im einleitenden „Largo“ setzte die Flötistin zur großen Kantilene an, gefolgt von einem spritzig tänzerischen „Allegro“. Gemeinsam interpretierten sie im Dialog jede Nuance und Feinheit des Stücks.

Anschließend sang Christine Enghofer mit facettenreicher Stimme – von Josef Überacker kunstvoll begleitet – allbekannte Opernarien von Mozart und Puccini, ehe sich Eva Barbarino als begnadete Poetin am Klavier erwies. Sie begeisterte die Zuhörer mit zwei Impromptus von Franz Schubert, welche die Pianistin mit subtiler Artikulation und geschickter Phrasierung gestaltete.

In den romantischen Schumann-Liedern „Widmung“ und „Du Ring an meinem Finger“ bewies Christine Enghofer, dass sie auch im Liedgesang zu Hause ist. Mit dem bekannten „Lippen schweigen“ von Franz Lehár wurden die Zuhörer in die Pause entlassen, um mit einem Glas auf das Jubiläum anzustoßen.

Schließlich stand eine „Hommage an Claudio Debussy auf dem Programm, dessen Todestag sich heuer zum 100. Mal jährt: Josef Überacker präsentierte drei seiner berühmtesten Klavier-Preluden und in zurückhaltendem Tempo und legte damit einen selten gehörten, nuancen- und detailreichen Debussy frei. Anschließend verzauberte Ulrike Überacker mit Debussys „Syrinx“ und feinen Flötentönen das Publikum.

Mit einem Potpourri aus Chansons, Musetten und Tangos entführten Thomas Breitsameter, Violine, und Janusz Myschur, Akkordeon, bekannt als das Duo „As Time Goes By“, in die Welt der Pariser Salonmusik. Christine Enghofer trug mit ausdrucksstarker Stimme und von den beiden Musikern hervorragend begleitet die Lieder „Sous le ciel de Paris“ und „Till there was you“ vor. Zwischendurch griff Thomas Breitsameter zur Strohgeige und brachte eine echte Rarität zum Klingen. Mit „Harlem Nocturne“ und „Ich brech‘ die Herzen der stolzesten Frauen“ hatte auch Humorvolles seinen Platz im abwechslungsreichen Jubiläumskonzert. Und bei „Ich hab ein Diwanpüppchen – genau wie Du!“, das Christine Enghofer mit heller Stimme vortrug, fühlte sich mancher Zuhörer in die eigene Jugend versetzt und dankte es mit lang anhaltendem Applaus.

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