Grabenstätt – Vielen Lesern der OVB-Heimatzeitungen ist Musikkritiker Engelbert Kaiser ein Begriff. Nun ist er nach langer Krankheit gestorben. Schon in den 1990er-Jahren schrieb er hin und wieder Konzertbesprechungen für die örtlichen Zeitungen. Durch seine fundierten, praktischen wie theoretischen Kenntnisse der Musik waren seine immer klar formulierten Urteile hoch geachtet, manchmal gefürchtet. Kaiser legte Wert auf eine sorgfältige Sprache, liebte Wortspiele und nuancierte Bemerkungen. Kaiser spielte selbst Gitarre, Tenorhorn und Akkordeon, probierte immer wieder andere Instrumente aus, sang selbst und war jahrzehntelang Mitglied der „Niederaltaicher Geigenmusi“.
Engelbert Kaiser wurde am 31. August 1943 in Traunwalchen im Landkreis Traunstein geboren. Nach dem Abitur in Traunstein studierte er Altphilologie und katholische Religion in München. 1985 kam Kaiser als Lehrer ans Staatliche Landschulheim Marquartstein, wo er sich neben dem Beruf stark für das Musikleben engagierte und zum Beispiel den katholischen Kirchenchor leitete. Großes persönliches Glück fand Kaiser in seiner zweiten Ehe mit Elisabeth Mörtl. Kaisers letzte Jahre waren von seiner Krebserkrankung geprägt, die er mit großer Tapferkeit ertrug. Nun hat die Region einen herausragenden Musikexperten verloren. Christiane Giesen