Banjo-Bus auf Jubiläumstour

von Redaktion

Ein abwechslungsreiches Jubiläum: Zehntes Bluegrass Jamboree in Waldkraiburg

Waldkraiburg – Zum zehnten Mal tourt der Banjo-Bus in der Vorweihnachtszeit durch Deutschland, am Dienstagabend hieß der Haltepunkt „Haus der Kultur Waldkraiburg“. Seit der ersten Tournee 2009 sorgt das Jamboree in der Republik für volle Hallen und erfreut die Herzen der Bluegrass- Fans. Musiker, die in den USA inzwischen große Namen haben und junge aufstrebende Bands sind Teil der Konzertreihe, die den Sound der Altvorderen wie Earl Scruggs, Bill Monroe oder Lester Flatt weiterleben lässt.

Auch dieses Mal stand zum Warmwerden im Foyer ein kurzer Auftritt einer lokalen Band auf dem Programm: „Johnny and the Yooahoos“ aus Mühldorf heizten mit flotten Klängen die Stimmung an. Johnny und Bastian Schuhbeck, Bernie Huber und Jonas Kollenda bewiesen, dass guter Bluegrass auch in unserer Region seinen Platz hat. Gitarre, Banjo, Dobro, Mandoline und Kontrabass im Einklang mit tollem Harmoniegesang waren ein perfekter Einstieg für das Jubiläumskonzert.

Moderiert von Impresario Rainer Zellner begann mit den Zwillingen Adam und David Moss alias „Brother Brothers“ das Jamboree. Es sind die eher ruhigen Töne, die den Sound des Duos prägen: Gitarre und Geige untermalen die zwei fast identischen Stimmen. Melancholisch wurden Geschichten erzählt, vom „Gambler“ und „Mary Anne“, getreu dem Motto ihres Albums „Some People I Know“. Der Wechsel zwischen traditionellem Duett, etwas Blues und Countrymusic ließ eine Leichtigkeit aufkommen, welche Lust auf das machte, was noch kommen sollte.

Zurück in die dreißiger Jahre ging es im zweiten Teil des Abends mit „Bill and the Belles“ – einem Quartett aus Virginia, das sich dem Country Sound der Radioshows dieser Ära verschrieben hat. Kris Truelsen, Gitarre, Kalia Yeagle, Fiddle, Grace van’t Hof, Banjo, und Andrew Small am Kontrabass holten die „guten alten Zeiten“ des Countryswing wieder auf die Bühne. „Dreamsongs“ heißt das aktuelle Album der Band, welches nicht nur Lieder zum Träumen enthält. So richtig Spaß machten Titel wie „Finger Pointin‘ Mama“ oder „When You Wore a Tulip“ – kurzum: Lebensfreude pur. Lässige Fiddle Tunes, Banjo Soli und ausdrucksvoller, markanter Gesang machten den Auftritt von „Bill and the Belles“ zu einem Erlebnis der besonderen Art.

Nach der Pause betrat mit Jeff Scroggins & Colorado ein neuer Stern der US-Bluegrass-Szene die Bühne des kleinen Saales. 2012 noch beim Bandcontest in Nashville, gehört das Quintett inzwischen zu den Highlights auf den großen Festivals in den USA. Um Bandleader Jeff am Banjo gehören sein Sohn Tristan an der Mandoline, Greg Blake, Gitarre und unverwechselbarer Gesang, Ellie Hakanson an der Fiddle und Danny Booth am Kontrabass zu einer Combo, die explosiven Bluegrass zu ihrem Motto gemacht hat. Mit dem Titelsong ihres letzten Albums „Ramblin‘ Feels Good“ legten die Fünf auch gleich richtig los. Fetzige Mandolinen- und Banjosoli, feinstes Fingerpicking auf der Gitarre und virtuose Fiddletöne begleitet von großartigen Stimmen brachten den prall gefüllten Saal auf Temperatur. Auf den Gipfel ging es dann mit dem Mel Tillis Klassiker „Matterhorn“.

Wie immer beim Bluegrass Jamboree trafen sich alle Musiker zum großen Finale noch einmal gemeinsam auf der Bühne. Unter stehenden Ovationen entließen die Bands das Publikum mit „Country Roads“ in die kalte Dezembernacht.

Einer fehlte

Bei aller Euphorie über ein gelungenes Jubiläums-Festival mischte bei einem großen Teil der Fans auch Wehmut mit, denn einer fehlte an diesem Abend. Hansjörg Malonek hatte über all die Jahre einen wesentlichen Beitrag am Bestehen und Erfolg des Bluegrass Jamboree geleistet.

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