Mozart in Afrika

von Redaktion

Stimmige Kombination: MoZuluArt mit afrikanischem Gesang und klassischer Musik

Mühldorf – Drei Sänger aus Simbabwe, ein Pianist und ein Streichquartett – diese Besetzung auf der Bühne des Haberkastens funktioniert. Als ein harmonisches Miteinander. Ein bisschen so, als hätte Wolfgang Amadeus Mozart traditionelle Zulu-Klänge einfach in seine Kompositionen einbezogen, als sei das etwas, das ganz natürlich zusammengehört.

Vusa Mkhaya Ndlovu, Blessings Nqo Nkomo und Ramadu singen schon seit Jahren gemeinsam in der A-cappella-Formation „Insingizi“. In dem Konzert im Haberkasten war diese Besetzung auch einige Male zu hören. Beispielsweise in „Amasiko“. Im Grunde ein Dreigesang, aber die drei Männer, die in Österreich leben, klingen anders: sonorer, wärmer, weiter als man das von hiesigen Dreigesängen kennt. In manchen Liedern sind die in ihrer Muttersprache typischen Klicklaute zu hören. Als Zuschauer lässt sich manchmal nicht ausmachen, wer der drei gerade seine Zunge schnalzen lässt.

Die Stimmen klingen schon a cappella sehr harmonisch und voll. Wenn dann noch Roland Guggenbichler am Piano dazukommt, ist MoZuluArt komplett. Er spielt Lieder, die nach Gospel und Jazz klingen, aber eben auch nach Mozart. 2005 haben sie das verwegene Experiment gestartet, Mozart und Zulu-Musik zusammen auf die Bühne zu bringen „Das hat am Anfang nicht jedem gefallen“, sagt Guggenbichler. „Doch inzwischen…“. Inzwischen vermitteln der Pianist, Vusa Mkhaya Ndlovu, Blessings Nqo Nkomo und Ramadu in den unterschiedlichen Songs jeweils andere Stimmungen. Und zwar so, dass es immer homogen und natürlich wirkt. Gerade bei den klassischen Stücken überraschte das.

An diesem Abend kamen dann auch noch ein paar Gäste dazu: das Ambassade Streichquartett. So ließ sich dann Mozarts Rondo in D-Dur mit einem spirituellen Gesang kombinieren; und zwar absolut stimmig. Die Streicher setzten kurze Akzente, so bekam die Musik auch Dramaturgie. „Bheka Kimi“ lautet der Titel mit spirituellem Inhalt. Die Band hat ihn auch schon gemeinsam mit den Wiener Symphonikern aufgeführt.

Die Musiker spielten aber auch Lieder, bei denen der Haberkasten mitsingen konnte – „The lion sleeps tonight“ zum Beispiel. Und: „Stille Nacht“. Vusa Mkhaya Ndlovu erinnerte sich dabei an sein erstes Weihnachten in Wien: „Alles war ein bisschen anders.“ Minusgrade versus 30 bis 35 Grad Celsius beispielsweise. Und dann ist da noch ein Unterschied: Schon früh hatte Vusa Mkhaya Ndlovu das Publikum aufgefordert, ruhig zu tanzen, wenn einem der Sinn danach stehe. Anders als in Simbabwe, wo man das niemandem sagen müsse, wisse er, dass Europäer da manchmal etwas schüchtern seien. Erst zur Zugabe trauten sich dann die Mühldorfer, von ihren Sitzen aufzustehen. Aber es gibt auch Gemeinsamkeiten zwischen der Musik im südlichen Afrika und dem Alpenraum. Die Themen, über die gesungen wird, beispielsweise. In „Emakhaya“ besingen Vusa Mkhaya Ndlovu, Blessings Nqo Nkomo und Ramadu ihre Heimat. Das hat auch hierzulande eine lange Tradition. Dass es im Lied um Heimweh geht, war zu spüren. Und trotzdem fühlten sich MoZuluArt richtig wohl im Haberkasten – vom ersten bis zum letzten Ton.

Artikel 3 von 7