Mühldorf – Das Ballett „Der Nussknacker“ gehört für viele zur Weihnachtszeit wie Christbaum und Geschenke. Das Russische Klassische Staatsballett zeigte das Weihnachtsmärchen im Stadtsaal Mühldorf mit allem Pomp, den die Geschichte und das Ballett hergeben. Rund 200 Besucher nutzten die Gelegenheit und ließen sich in diese romantische Weihnacht entführen. In bunten, glitzernden Kostümen, Perücken sowie in barocken Kleidern und stets mit aufwendigen Kopf- oder Haarschmuck versehen, zeigten die Darsteller klassisches Ballett in Vollendung. Dazu gehörte eine stetig wechselnde Beleuchtung von Weiß, Rot und Blau. Während die Soldaten steif und abgekackt gegen den Mäusekönig mit seiner fast gruseligen Maske bekämpfte, schwebten die Tänzerinnen kurze Zeit später als Schneeflocken watteweich über die für das Stück recht kleine Bühne des Stadtsaals.
Die russischen Tänzer überschlugen sich nahezu in ihren Hebungen, Pirouetten und Sprüngen. Besonders beim Finale hoben gleich mehrere Tänzer ihre Tänzerinnen synchron gen Himmel – und das bei einem Wechsel der Beleuchtung im Sekundentakt. Aber dieses Schillernde, immer etwas Übertriebene gehört zu einem Russischen Ballett einfach dazu.
Dabei blieben die Darsteller dem klassischen Ballett fast immer treu. Einzig die nationalen Tänze Russlands und Chinas schienen den Tänzern etwas Freiraum zu lassen. Freude an ihrer Arbeit war den Tänzern besonders hier und bei den wenigen tollpatschigen Szenen anzusehen.
Trotz facettenreicher Mimik war den Tänzern Konzentration und Anstrengung anzumerken. Das Ballett war auch ohne Kenntnis um die Geschichte ein wunderbares Stück für diejenigen, die die Höchstform des Ballett suchten. Das dies gelang, zeigte sich in Applaus, Pfiffen und Rufen der Zuschauer, das vor allem von der Primaballerina, ihrem Prinzen auch vom Mäusekönig sehr angetan war.