Töging – „Es wurde höchste Zeit“, befand Dirigent Martin A. Fuchsberger: Im vergangenen Jahr feierte das Bad Reichenhaller Symphonieorchester sein 150-jähriges Bestehen. Am Heilig-Dreikönigs-Tag nun standen die Musiker zum ersten Mal auf der Bühne im Kulturzentrum Kantine.
Die Gäste dürften ihm recht geben. Auch wenn es während des Konzertes nicht immer den Eindruck machte, als wäre der Funke übergesprungen, gab es zum Abschluss stehende Ovationen und viele Bravorufe. Kein Wunder, denn selbst nicht eingeschworene Operettenfans dürften von den hochkarätigen Musikern und den stimmgewaltigen Solisten begeistert gewesen sein.
Begrüßt wurden die Gäste im fast ausverkauften Kulturzentrum Kantine zunächst vom Dirigenten Martin A. Fuchsberger, der aus bekannten Operettenliedern sowie einigen Walzern ein buntes Programm zusammengestellt hatte. Während des Konzerts führte er zudem über die zwei Stunden auch als Moderator durch das Programm.
Zum Auftakt spielte das Orchester die flotte und beschwingte Wiener Jubel Ouvertüre von Franz von Suppé, bevor es mit bekannten Arien und Liedern aus Carl Zellers Operette „Der Vogelhändler“ weiterging. Tenor Max Prodinger präsentierte recht kokett die Arie des Adam „Griaß enk Gott, alle miteinander“. In Ermangelung eines Chors forderte Dirigent Fuchsberger das Publikum auf, den Solisten zu unterstützen. Die ließen sich nicht lange bitten und stimmten beherzt mit ein. Die Sopranistin Simone Vierlinger sang aus der gleichen Operette die Arie der Kurfürstin „Fröhlich Pfalz, Gott erhalt’s“ und das Lied der Kurfürstin „Als geblüht der Kirschenbaum“. Da Letzteres sehr melancholisch anklang, drehte Fuchsberger die Stimmung gleich wieder mit der bekannten „Tritsch Tratsch Polka“ von Johann Strauss, dem Klassiker einer jeden Neujahrsgala schlechthin.
Flott präsentierten die beiden Solisten dann auch die Arien aus Franz Lehárs „Giuditta“. Simone Vierlinger sang „Meine Lippen die küssen so heiß“, während Tenor Max Prodinger die Arie des verliebten Octavio „Freunde, das Leben ist lebenswert!“ schmetterte. Als Rarität stellte der Dirigent die „Zwanzinette“, ebenfalls von Franz Lehár, aus der Operette „Eva“ vor.
Auch im zweiten Teil bestimmten die Operetten das Programm. Diesmal waren es Lieder aus „Die lustige Witwe“, wie etwa das „Vilja“ Lied der Hanna Glawari sowie das Duett aus „Der Vogelhändler“ „Schenkt man sich Rosen in Tirol“. Aber auch Filmmusik aus den 50ern wie „Du bist die Welt für mich“ von Richard Tauber mischten sich in das Programm. Wunderbar geriet vor allem der orchestrale Ballsirenen-Walzer.
Als Zugaben gab es unter anderem abermals ein Duett der Solisten und zwar Emmerich Kálmáns „Tanzen möcht‘ ich“. Fehlen durfte zum krönenden Abschluss natürlich auch nicht der Radetzky-Marsch. Wie überall auch hier eifrig beklatscht.