Waldkraiburg – „Newcomer am Pophimmel“ und „Senkrechtstarter“: Als Benoby im Frühling letzten Jahres sein Album „Mein fünftes Element“ herausbrachte, gab es jede Menge positiver Schlagzeilen. Gleich die zweite Singleauskopplung „Funke (Guten Morgen)“ avancierte zum Radio-Hit. Mehrfach trat er im Vorprogramm von Adel Tawil auf.
Benoby heißt mit bürgerlichem Namen Robert Wroblewski, aufgewachsen ist er in Waldkraiburg. „Als Schüler wollte ich unbedingt von dort weg und in eine große Stadt ziehen. Aber wenn ich heute bei meinen Eltern bin und Freunde treffe, dann fühlt sich das an wie Heimat“, sagt er. Seit 2016 wohnt Robert Wroblewski in Berlin. Der Umzug war zugleich die Entscheidung, den Weg als Musiker zu gehen. Und der Erfolg gibt ihm recht.
Dabei war das zunächst überhaupt nicht sein Plan. Nach dem Abitur begann Robert Wroblewski ein Jurastudium in Passau: „Zivilrecht war noch ganz cool“, erzählt der 28-Jährige. „Aber es gab auch so viele Themen, die einfach nicht meine Welt waren, etwa wie hoch der Zaun des Nachbarn sein darf.“
Eigentlich hätte Robert Wroblewski gerne Medizin studiert, schnitt auch beim Medizinertest super ab. Doch mit einem Studienplatz klappte es trotzdem nicht. Er fing in Wien an, Biologie zu studieren, fand vor allem Anatomie und Physiologie wirklich spannend, wechselte daher noch einmal nach München, um dort Physiotherapie zu studieren: „Das habe ich dann auch abgeschlossen“, so der Musiker.
Musik hat ihn die ganze Zeit über immer begleitet. Während seiner Schulzeit am Waldkraiburger Gymnasium trat Robert Wroblewski mit seinem Bruder in einer Rapper- und Hip-Hop-Band in der Schenkerhalle auf. Dass der Rap von einst und seine heute teils melancholischen, teils fröhlichen Songs auf den ersten Blick aus zwei Welten kommen, findet er gar nicht. Der Rap habe zu dieser Zeit bei weitem nicht die aggressive Seite gehabt, die man heute damit verbindet.
Schon damals habe er immer die Refrains getextet, sagt Robert Wroblewski. Kein Wunder also, dass er die Songs für sein Debütalbum alle selbst geschrieben hat. Das Klavier-, Gitarre- und Saxofonspielen hat er sich selbst beigebracht, unter anderem mit Lernvideos im Internet. „Ich habe Songs nachgespielt, Akkorde gelernt, mir überlegt, was einfach schön klingt, und angefangen, eigene Akkordfolgen und Melodien zu komponieren.“ Als Kind besuchte er zwar auch die Musikschule und versuchte es mit Keyboardunterricht: „Aber nur kurz. Das hat nicht wirklich gezogen.“
Später jobbte er neben dem Studium als Kellner und als Aushilfe im Getränkemarkt und kaufte sich sein erstes Klavier für 4000 Euro. „Während des Medizinertests habe ich in der Pause kurzentschlossen das Klavier gekauft.“ Sein Vater war zunächst wenig begeistert. Der Vorwurf: „Ich finanziere dir das Studium und du gibst dein Geld für ein Klavier aus?“ Der Zoff habe aber nicht lange gedauert. Das war 2013.
Dass dann in München die zehn Songs für sein erstes Album entstanden sind, hing mit verschiedenen Schicksalsschlägen zusammen: „Ich hatte eine schwere Zeit, auch aufgrund eines schweren Autounfalls. Die Musik war für mich ein Weg, um mit all dem klarzukommen.“ Produzent Mark Smith riet ihm daraufhin, nach Berlin zu gehen. „Ich mag München sehr, aber gefühlt hatte ich in Berlin und auch in Hamburg bessere Chancen, mich weiterzuentwickeln.“ Mittlerweile hat er auch schon Songs für andere Künstler geschrieben, darunter den Helene-Fischer-Song „Nur mit dir“.
Zu Kopf gestiegen ist ihm der Erfolg nicht. Dafür sorge schon seine Familie, die ihn erdet, betont Benoby. Da ist seine Mutter, die zunächst skeptisch war, seinen Wunsch aber akzeptiert hat und ihn seitdem unterstützt. Ihr hat er den Song „Die Stärkste auf der Welt“ gewidmet. Den Vater zu überzeugen, war schon schwieriger. Über ihn hat er den Song „Raus aus deinem Schatten“ geschrieben. Es sei einer der schönsten Momente im Leben gewesen, als ihn sein Vater anrief und erzählte, dass er gerade einen Song von ihm im Radio gehört hat: „Ich hätte flennen können.“