Waldkraiburg – Was verbindet den Wildschütz Jennerwein mit dem legendären Che Guevara? Nun, diese beiden außergewöhnlichen Gestalten wurden von den CubaBoarischen besungen, die sich im Haus der Kultur auf ihrer Abschiedstournee „Servus & Adios“ die Ehre gaben. Das Publikum, ganz auf die gstandenen Mannsbilder der bayerischen Band eingestellt, klatschte und schunkelte mit vollster Hingabe zu den heißen Rhythmen des Abends. Und das trotz des Schocks für die eingefleischten Fans: Die CubaBoarischen trennen sich nämlich Ende Februar. Jedoch nicht deshalb, weil einige Musiker nach Kuba auswandern und die anderen in Bayern bleiben. Nein, die Band hat es einfach so beschlossen.
Bevor aber der letzte Vorhang fällt, betritt die Gruppe in bekannter Formation noch mal ihre Lieblingsbühnen, zu denen eben auch Waldkraiburg zählte. Der langjährige Chef der CubaBoarischen, Hubert Meixner, nimmt damit endgültig den Hut und überlässt seinem Sohn Leo das musikalische Ruder. So wurde Meixner von den Konzertbesuchern mit stehenden Ovationen bedacht, was den Musiker sichtlich berührte.
Sohn Leo entwickelt in Zukunft eine eigene bayerisch-kubanische Mixtur, die vermehrt das jüngere Publikum ansprechen soll. Die anderen Musiker starten ebenfalls gemeinsam weitere Projekte. Es bleibt also spannend.
Dass Polka, Salsa, Samba, Cha-Cha-Cha und Walzer hervorragend harmonieren, stellen die CubaBoarischen seit rund 15 Jahren bei ihren unzähligen Auftritten unter Beweis. Wenn lockeres südamerikanisches Lebensgefühl mitten im kalten Januar auf das Waldkraiburger Publikum trifft, dann denkt keiner mehr an glatte Straßen oder ans Schneeschaufeln. Die Besucher im beinahe ausverkauften Haus tanzten nach den Rhythmen der CubaBoarischen stellenweise sogar mit. Zum Glück nicht unbedingt beim erotischsten aller Tänze, dem Bachata, denn davon soll man – der Legende nach – sogar Kinder kriegen. Ohne Guantanamera ging aber natürlich gar nichts und auch das kubanisch gewürzte Rehragout ließen die Musiker nicht aus. Für Abwechslung ist gesorgt: Einmal glaubt man als Konzertbesucher in einem bayerischen Bierzelt zu sitzen, wenig später sieht man sich an endlos weißen Stränden liegen, umspült von Exotik und schillernden Farben. Und trotz ein paar Stamperl Cuba Libre und großer südamerikanischer Begeisterung wussten die heimischen Musikanten in den letzten Jahren immer ganz genau, wo ihre Wurzeln liegen. Sie blieben der bayerischen Volksmusik treu, ließen sich aber von der leichten, kubanischen Lebensart nur zu gerne anstecken. So drehten die Musiker auch in Waldkraiburg mit ihren großartigen Solisten noch einmal gehörig auf und führten eindrucksvoll vor, dass in ihrer Brust zwei Herzen schlagen. Den Edelfans der CubaBoarischen scheint es genauso zu ergehen.