Waldkraiburg – Er ist zweifellos ein von seiner Arbeit Besessener mit einer tiefen Leidenschaft zur Malerei. Jetzt wurde Joseph Riedls Einzelausstellung „Menschen – S – Kinder“ in der Studiogalerie im Haus der Kultur eröffnet.
Dem gebürtigen Freisinger, der im Selbststudium schon 1968 zu malen begann und seit 2003 als freischaffender Künstler in Waldkraiburg arbeitet, begegnet man in der Stadt an vielen Orten. Seit 2004 gehört er dem Kunstverein Inn-Salzach an. Bereits 2008 hatte er im Haus der Kultur seine erste Einzelausstellung. „Seine ausgereifte Malweise, seine durchdachten Bildkompositionen faszinieren immer wieder“, so Gabriele Röpke, die Vorsitzende des Vereins.
Anregungen holte sich Riedl in großen Museen der Welt und bei Auslandsaufenthalten. Dabei ist seine Maxime: Auch in der Kunst erreicht nur der etwas, der immer wieder an sich und seinem Tun zweifelt, ein Grundsatz, den seine Frau Renate als seine härteste Kritikerin mit ihm teilt. Die meist großformatigen Gemälde der Ausstellung sind im Zeitraum zwischen 1985 bis heute entstanden.
Im Mittelpunkt von „Menschen-S-Kinder“ steht sein Werk „We are Family“, das in dezenter Farbigkeit alle Nationalitäten, Hautfarben und Charaktere vereint, darunter prägende Persönlichkeiten wie Mutter Theresa oder den Dalai Lama. „Ein Menschenmaler war ich schon immer“, ist seine Devise. Ob der kleine farbige Junge mit integrierenden bayerischen Attributen, ob die verlegen lächelnde „Safranprinzessin“, ob die Porträts aus seiner Familie, teils leicht expressionistisch gestaltet, teils fotografisch genau – Riedl versucht immer wieder neue Wege zu gehen. „Gerade Porträtarbeiten sind für mich willkommene Fingerübungen, ich muss mein Handwerk beherrschen.“ Dies beweist der Künstler, denn im Grunde ist er vorrangig dem Realismus verhaftet. Der Ausdruck, die Ausstrahlung, die stimmigen Lichtverhältnisse sind ihm das größte Anliegen. Dies wird vor allem deutlich in den Arbeiten, die dem Symbolismus zuzuordnen sind. Körperstudien wie der „Gefangene“ oder der „Rabenkönig“, eine vom Künstler erfundene Fantasiefigur aus einem Zyklus, der noch nicht abgeschlossen ist, belegen dies in sehr realistischer Manier. Besonders auch hier wird auf Ausstrahlung, Hell-Dunkel-Effekte und bewusst gewählte Farbharmonie größter Wert gelegt. „Menschenskind, Jo Riedl, ist das eine fantastische Präsentation!“, so Gabriele Röpkes Gesamturteil.
Die Ausstellung von Joseph Riedl ist bis 31. März geöffnet.erika Fischer