Waldkraiburg – Das handverlesene interessierte Publikum im Haus der Kultur bekam mit dem Hörspielkonzert E.T.A. Hoffmanns „Die Elixiere des Teufels“ nicht nur eine neue Bühnenkonzeption zu sehen und zu hören. Gebannt von der ersten Minute an verfolgte es die Aufführung des Midnight Story Orchestra (MSO) als gruselig-geniales Spektakel.
Eines der geheimnisvollsten Werke der Romantik hatte er sich vorgenommen. Nach intensiver Beschäftigung mit dem 350 Seiten starken Roman verstand es Andreas Wiersich, der Leiter des Orchesters, das äußerst wendungsreiche Stück auf Abendprogramm-Länge zu straffen, ohne dass dadurch etwas von der Kraft des Werks verloren ging.
Mit Ausdrucksstärke erzählte Rainer Denk, der für den erkrankten Dr. Jasper Paulus eingesprungen war, inmitten der Musiker die Geschichte um den jungen und besonders begabten Mönch Medardus, der im Bamberger Kapuzinerkloster zum bewunderten Kanzelprediger heranwächst. Als ihm eines Tages auch die Sorge für die seltsame Reliquienkammer übertragen wird, erfährt er vom geheimnis-vollen Inhalt einer Flasche, den der Teufel selbst gebraut haben sollte. Trotz der Irrungen und Wirrungen des Stücks bezog die Erzählkunst Hoffmanns die Hörer tief in die Schauplätze und Charaktere auf seiner Reise mit ein.
Ob Medardus auf dem Weg zu seiner heimlichen Geliebten, auf der Flucht nach einem Mord, bei der Begegnung mit seinem Doppelgänger oder auf der Suche nach Aurelie gezeigt wird: Gebannt verfolgten die Zuhörer die Geschichte. Mit den größten Anteil am Erfolg des Abends hatte zweifellos das MSO unter der Leitung von Komponist und Gitarrist Andreas Wiersich, begleitet vom Marimbaphonisten Florian Bürich, Studiodrummer Stephan Ebn, dem Pianisten Toni Hinterholzinger und Kontrabassist Tobias Kalisch. Kraftvoll, aber nach Bedarf auch schwebend und zart illustrierten sie das Geschehen.
Tief beeindruckt von der aufwendigen Verflechtung der Erzählung mit Musik, Klangeffekten und Lichtkunst genoss das Publikum dieses neue Format des Hörspielkonzerts.Erika Fischer