Mühldorf – Der Verein „Bairische Sprache und Mundarten Chiemgau-Inn“ lud in Zusammenarbeit mit dem Kulturschupp’n Mühldorf zu einem Abend mit dem Kabarettisten Toni Lauerer in das Theater in der Mühlenstraße ein. Lauerer hatte sein neues Programm mit dem Titel „Lauter Deppen!“ im Gepäck.
Laut Toni Lauerer zieht sich das Deppen-Motto wie ein roter Faden durch sein Leben. Bereits in den 70er- Jahren sei er ein Depp gewesen. Mit 18 Jahren besaß er weder Handy noch Tattoo, aber ein Kilo an Hormonen und der Komödienstadel war am Samstagabend Pflichtprogramm.
Einen nackten Busen gab es höchstens am Kiosk zu sehen, „Wochenend“ oder „Praline“ hießen die Zeitschriften. Lauerer selbst sah einen solchen erst nach fast 18-jähriger Abstinenz. Nach dem Abstillen durch seine Mutter musste er einen Schulmädchenreport im Kino besuchen.
Das Thema „Deppen“ setzte sich für Lauerer auch auf dem Grundschulparkplatz fort, wenn Kolonnen von Smarts, Twingos oder Fiats 500, von Helikoptermüttern gesteuert, welche ihrem Nachwuchs 600 Meter Heimweg ersparen möchten. Dann ist sogar der Parkplatz vom Lauerer blockiert, der seine Nichten abholen soll, obwohl er im absoluten Halteverbot und in der Feuerwehranfahrtszone gestanden hätte.
Deppen trifft man auch in der Bank, obwohl damit keine Banker gemeint sind, denn die gibt es da kaum noch. Man kann sich die Frage stellen, welcher Geldautomat heute kaputt ist, der linke oder der rechte, und man freut sich, wenn man richtig liegt.
Lauerer merkte sich seine PIN-Nummer mit der Summe aus Geburtsdatum und Autokennzeichen, von der er sein Übergewicht abzieht. Nachdem er einmal eine Brigitte-Diät absolviert hatte, bekam er ein Jahr lang kein Geld mehr aus dem Automaten. Fragen von Bekannten wie „Toni, hast Du Geld geholt?“, beantwortet er mit „Nein, Blutwurst“.
Auch am Telefon kann man es mit Deppen zu tun haben. Beim Anruf aus einem Callcenter, ergreift immer er den Hörer, nicht seine Frau. Wenn der Anrufer sagt, er rufe aus Hamburg an, entgegnet ihm Lauerer: „Hamburg an der Mosel?“
Lauerer wünscht sich, er hätte das Aussehen aus den 70er-Jahren und die Erfahrung von heute, dann könne er jede haben. Damals fuhr er mit seinem gelbweißen Kadett mit Frontspoiler und Fuchsschwanz auf der Suche nach der Traumfrau durch die Gegend. Hatte er eine gefunden, so begrüßte er sie mit dem coolen Spruch: „Hey, der hat noch zwei Jahre TÜV.“ In Discos oder zu Tanzveranstaltungen ging er nur, wenn er vorher mit Pitralon gegurgelt hatte.
Am Ende des Abends, von einem Bühnenvollprofi dargeboten, begibt man sich gut gelaunt auf den Nachhauseweg und denkt: „Lauerer, das nächste Mal wieder.“