Mühldorf – Schon das wirbelnde Schlagzeugsolo von Josef Hinterhölzl zum Einzug der Musiker auf die Bühne zeigt: diese Band hat Feuer. Von Anfang an tanzt das Publikum mit und auf den Bistrostühlen im hinteren Teil des vollen Saales wippen die Gäste vom ersten Takt an mit.
Der Sound der österreichischen Funk-Band Hot Pants Road Club wirkt kraftvoll und elektrisierend. Die sieben Musiker aus Österreich, elegant in schwarzen Anzügen, brillieren dabei mit ihrer hellen, vom Stakkato geprägten Musik. In Stücken wie „Funk Is Our Mission“, begeistern Soli die Zuhörer. Aufflammend das Keyboard-Solo von Oliver Kerschbaumer, energetisch das Posaunensolo von Werner Wurm, der auch die Arrangements schreibt.
Die Moderation kommt im lockeren, souveränen Stil von Andie Gabauer (Leadgesang, Gitarre) und Christian „Mc Boogaloo“ Roitinger (Trompete). Österreichischer Schmäh darf dabei nicht fehlen: „Wir machen eine Faschingssause“, ruft der Trompeter übermütig, die Lacher hat er damit auf seiner Seite.
Mit Geschichten über ihre Songs unterhalten sie zwischen den einzelnen Nummern. So dreht sich „Boogie Don’t Stop“ um Mc Boogaloo, der am Steuer erwischt wurde, als er Trompete spielte. Das Stück beginnt mit einer Sirene und endet im Gemeinschaftschor mit dem Publikum.
Auch die Tanz-Performance des Hot Pants Road Club sorgt für Begeisterung. In „There’s No Loss“ und weiteren Stücken überzeugt Saxofonist Sebastian Grimus mit ausgezeichneten Soli. Woher der Bandname kommt, darüber klärt Christian Roitinger auf: Zu Beginn, vor mehr als 25 Jahren, machte die Band nämlich auch Tanzmusik. In dem Stück „Hot Pants Road“ ist es beispielsweise eine Bassline, die nur mit einer Saite gespielt wird. „Dann sind wir eben der Hot Pants Road Club“ – die Geburtsstunde des Bandnamens, der sich nicht mehr änderte. Dass Bassist Jojo Lackner jedoch viel mehr drauf hat, zeigt er bei seinen Soli.
Atemberaubend schnell ist der Sound der Band an diesem Abend, die Stimmung heizt sich entsprechend auf. Der Esprit der Musiker überträgt sich auf die Gäste. Angeführt von Andie Gabauer, der seine Gitarre gegen eine Bierflasche eintauscht und darauf trommelt, springen die Bläser ins Publikum und lassen eine umjubelte Parade im Saal folgen.
Pause gönnen sich die Künstler keine, die Stimmung kocht über. Das Bedauern am Ende des Abends bei den Zuhörern ist groß, der Applaus aber noch größer, und die Zugabe eine Selbstverständlichkeit.