Buchbach – Na, habt’s ihr Niederbayern ein Visum gekriegt“, stellte der Veranstalter und Moderator Alexander Bachmeier D` Saitenzwicka vor. Das Liedermacherduo Roland Most und Walter Maul aus Pilsting und Plattling verbreitete gute Stimmung im Saal in Sterneck. Mit bayerischen Sprüchen und selbst geschriebenen Liedern trafen sie des Volkes Seele.
Die heimliche Angst, dass der Preiß sie unterwandern könne fassten sie in das Lied „Des sogt da Bayer nia“. Ob es die Mass auch ein bisschen kleiner gäbe und die Schweinshaxn nicht zu fett und ob man Ketchup zum Leberkäs haben könne, gipfelte im Refrain: „I mog heit koa Bier, sogt da Bayer nia.“ Mit zwei Gitarren und Gesang und viel Geblödel zwischen den Liedern analysierten sie die Bayernhymne, waren rotzfrech in „Hoit dei Mai“ und deftig im „Schimpfen auf Bayrisch“, Vorzeigebayern also.
Da Ebner, Patrick Ebner, erinnerte an eine Mischung aus Fredl Fesl und Hans Söllner. Seine bayerischen Sprüche brachte er aus Straubing mit. Mit schöner Selbstironie moderierte er sein Lied an. Der Weg war hier das Ziel, denn die Anmoderation dauerte fast den gesamten Auftritt lang. Sie führte fantasiereich über bei amazon gekaufte „Publikümer“ und über verschlungene Wege hin zum „Franken“, der mit versteinerter Miene im Publikum saß, die Mundwinkel nach unten und zum Schluss bekundete, er habe, „scho lang nimmer so glacht“. Der intellektuelle Typ unter den Kabarettisten des Abends war Sebastian Schlagenhaufer aus Grafing. Er brachte Auszüge aus seinem Programm „Kabarett muss man sich leisten können“. Schlagenhaufer hatte gleich den richtigen Draht zum Publikum: „Ist Andi Scheuer noch Politik oder schon Realsatire?“ wurde extra beklatscht. Er klopfte Politikern auf die Finger und nahm gesellschaftliche Phänomene kritisch unter die Lupe.
Aus Österreich kam da Berrer, Johann Berrer. Er hat Preise gewonne, die Säle für seine Auftritte wurden größer, seine Auftrittsorte ferner und er stellte doch immer nur seine Heimat vor, das Innviertel. Dort, wo nach seiner Aussage, „Kunst ausschließlich mit dem Wort Dünger verbunden ist“.
Der Geschlechterkampf ging weiter in einem zweideutigen Text über Hilfe im Haushalt und fand seinen Höhepunkt in schwarzem Humor über die Hauskatze. Reinhard Fendrichs „Strada del Sole“, eine weitere Perle des Austropops, widmete er Greenpeace zur Versöhnung mit den Tierfreunden – auf seine Art und auf der Gitarre.Nicole Sutherland