Meisterhafte Oboenklänge

von Redaktion

Das preisgekrönte „Duo Morisot“ mit Juliana Koch und Viktor Soos musiziert im Töginger Carl-Orff-Saal

Töging – Die Oboe ist ein Abkömmling der Schalmey, steht für pastorale, lyrische, zärtliche Stimmungen im Orchester und ist aber in der Kammermusik auf dem Podium selten zu hören. Das preisgekrönte „Duo Morisot“ mit Juliana Koch Oboe und Viktor Soos Klavier, bot am Freitagabend im Töginger Carl-Orff-Saal den Zuhörern ein abwechslungsreiches Programm, das von der Romantik, bis zu Gegenwart reichte.

Zum abendlichen Auftakt brachte es die „Sonate für Oboe und Klavier, op. 166“ von Camille Saint-Saëns zum Klingen. Das dreisätzige Werk bezauberte durch seinen durchweg gesanglichen, und seinen pastoral-idyllischen Charakter gleich zu Beginn das Publikum.

Mit „Lieder ohne Worte“ von Felix Mendelssohn Bartholdy (Bearbeitung für Oboe und Klavier), überzeugte das Duo mit klanglicher Präsenz und Intensität. Die einzelnen Sätze von lyrischem Charakter, in denen Juliana Koch mit glühenden Tönen und Farben über der klangvollen Klavierbegleitung ihre Stimme erhob, spielten sie sich in die Herzen der Zuhörer.

Mit der Sonate für Oboe und Klavier von Francis Poulenc, folgte ein Sprung in eine musikalische Sphäre des 20. Jahrhundert. Mühelos arbeitete sich das Duo durch die anspruchsvollen Passagen, spielte perfekt jeden Ton heraus und genoss es, sich miteinander abzustimmen – und jede Nuance und Feinheit des Werkes zu interpretieren.

Nach der Pause legte Viktor Soos mit „Scarbo“ aus „Gaspard de La Nuit“ (Schatzmeister der Nacht) von Maurice Ravel ein höllisch schweres Klavierstück nach. Die zahlreichen auf klangliche Vielfalt bedachten spieltechnischen Effekte setzte der Pianist in bezaubernd reiche Farben um.

Für besonderen Glanz sorgte das „Duo Morisot“ mit den „Drei Romanzen für Oboe und Klavier op. 94 von Robert Schumann, einer Liebeserklärung an seine Frau Clara. In den seelenvollen Sätzen „Nicht schnell“ und „Einfach innig“ schwelgte Juliana Koch in lyrischen Passagen, während Viktor Soos am Flügel durch klaren und plastischen Anschlag, den melodischen Gehalt feinsinnig mit begleitenden Sechzehnte-Figuren umspielte, wurde das Werk in schöner Klangbalance beider Instrumente zu Gehör gebracht.

Einen bemerkenswerten Höhepunkt setzte das Duo mit der „Sonatine, in fis-Moll“ von Maurice Ravel (Bearbeitung für Oboe und Klavier). Das Werk zeichnet sich besonders durch unverwechselbare Tonsprache, neuartige Harmonien und Klangfarben aus und wurde mit schwelgerischem Ton zu Gehör gebracht. Eine hoch ambitionierte Interpretation war das hörenswerte Ergebnis. Nach heftigem Schussapplaus bedankte sich das „Duo Morisot“ mit einem „Lied ohne Worte“ von Mendelssohn-Bartholdy als Zugabe.

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