Birgit Huber
Neumarkt-Sankt Veit
„Mir hat es richtig gut gefallen, ich war das erste Mal hier und sehr begeistert. Der Künstler hat eine fantastische Stimme. Sie ist zweifarbig, einerseits kann er sehr hoch singen, anderseits recht tief. Das finde ich ganz toll.“
Neumarkt-St. Veit – Gleich einem Dromedar wanderte der Ghanaer Adjiri Odametey mit seiner Musik durch die Wüste. Diese und andere Assoziationen kamen den rund 40 Besuchern im Dachgeschoss des Herzoglichen Kastens in Neumarkt-Sankt Veit. Der Künstler trat an Gitarre, Trommeln und diversen afrikanischen Instrumenten auf. Das Ursprüngliche des Veranstaltungsortes passte gut zu den Instrumenten aus Naturmaterialien.
Eine Kora, eine afrikanische Harfe, stellt Odametey dem Publikum vor: Der Klangkörper besteht aus einem halben Kürbis, getrocknet und von Kuhleder umspannt. Daraus ragt ein dicker Ast, an dem Saiten aus Angelsehnen gespannt sind. Und auch die Mbira Dza Vadzimu, ein Lamellophon oder Daumenklavier, lernen die Zuschauer kennen. Einmal angezupft klingt es zunächst, als würde nun ein einfaches Kinderlied präsentiert.
Doch Odametey entlockt seinen Instrumenten beeindruckende Melodien. Selbst eine gewöhnliche Gitarre klingt bei Odametey anders als üblich: Der Künstler zupft sie nicht nur. Er schlägt auf die Saiten und so entstehen ungewohnte, aber harmonische Klänge.
Meditativ und nachdenklich, dabei nie traurig, aber auch nie fröhlich, sind die Stücke. Melodisch und niemals eintönig. Selbst als der Künstler auf seine drei Trommeln schlägt bis ihm die Schweißperlen auf der Stirn stehen, werden die Wiederholungen nicht langweilig. Auch wenn sie sich gut eignen, sich und Zuhörer in Trance zu versetzen. Bevor das Zuhören anstrengend werden könnte, beendet der Musiker sein Stück.
Wer Odametey World-Music lediglich von CD hört, wird nicht glauben, dass die Musik von nur einem Künstler stammt. So vielseitig sind die Melodien, so zahlreich die Instrumente, die der Künstler gleichzeitig spielt. Ähnlich einem Straßenmusiker treten die Füße auf Pedale für eine Klack, seine Trommeln oder ein Tamburin, während die Hände Gitarre, Kora, Daumenklavier oder Trommeln spielen.
Und auch Odameteys Stimme variiert. Mal singt er hoch, in der nächsten Strophe tönt er tief. Der Klang variiert dabei ebenfalls. Damit ist die Musik keinesfalls mit der eines Straßenmusikers zu vergleichen. Odametey hat seinen Zuschauern einen gemütlichen Abend mit sanften Tönen für eine gute Nacht beschert.