Kolbermoor/Mühldorf – „The Rescue“, so heißt das neue Album von San2 und seiner „Soul Patrol“. Der Sänger und Bluesharp-Spieler Daniel Gall, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, hat sich dem Rhythm‘n‘Blues und dem Soul verschrieben. Er und die „Sould Patrol“ stellen das neue Album am 28. März im Kolbermoorer Kesselhaus und am Samstag, 30. März, im Mühldorfer Haberkasten vor.
Wie ist der Titel des neuen Albums „Rescue“ zu verstehen?
Es geht in den meisten Titeln um Zwischenmenschliches, darum, als Mensch wieder selbst mit sich im Einklang zu sein, sich zu finden – im Gegensatz zur Selbstdarstellung, wie sie in den sozialen Netzwerken zu finden ist.
Das neue Album klingt schwer nach 70er-Jahre, mit Bläsersätzen, Basslinien und Backgroundsängerinnen, zugleich aber auch sehr modern.
Ja, das stimmt. In meinen ersten Alben habe ich versucht, möglichst „black“ und authentisch zu klingen. Jetzt versuche ich, meinen eigenen Weg zu gehen und meinen eigenen Stil zu finden. Unsere Musik kommt vom Blues und Rhythm ‘n‘Blues, aber wie die Nummern aufgebaut und instrumentiert sind, das ist alles von jetzt. Mit dem neuen Album haben wir den Versuch unternommen, die technischen Möglichkeiten des Studios auch voll zu nutzen, etwa mit getriggerten Drums. Wir wollten, dass die Leute sagen, hey, das Schlagzeug ist ja extrem geil aufgenommen. Das hat einen Riesenspaß gemacht und das hört man dem Album, glaube ich, auch an. Doch auch wenn wir für die Studioaufnahmen alle technischen Möglichkeiten nutzen: Die Basis unserer Musik ist handgemacht. Wir haben das Album im Studio deshalb auch live eingespielt. Das macht für diese Art von Musik ganz einfach Sinn.
Wenn man das Album anhört, merkt man auch deutlich, dass ihr eine Live-Band seid.
Wir wollten auf dem Album möglichst nahe an den Live-Sound herankommen. Dafür steht auch der Ford Mustang auf dem Cover des Albums: Du spürst, dads hier Gas gegeben wird. Unser Ziel war, dass man tatsächlich das Gefühl hat, das ist live. Auf der Bühne ist es dann aber immer wieder anders: Da kann es sein, dass wir ein Stück, das auf dem Album drei Minuten dauert, zehn Minuten lang spielen oder vielleicht ganz anders. Ich weiß nie, was kommt. Was wirklich passiert, das ist eine große Überraschung – für uns und für das Publikum. Interview: Klaus Kuhn