Mariann Herold
Mühldorf
Ich komme ursprünglich aus Frankreich und gehe gerne zu Vorstellungen von europäischen Musikern, die in mehreren Sprachen singen. Ich mag die europäische Stimmung. Die Musiker singen, lachen und tanzen, sie sagen einfach „C‘est la vie“.
Mühldorf – Zum zweiten Mal spielte die Luxemburger Band „Dream Catcher“ im Mühldorfer Haberkasten. Nachdem im vergangenen Jahr der Veranstaltungsraum rar besucht war, gelang es nun, ihn gut zu füllen. „Wenn wir wieder kommen, dann bringt Freunde mit“, freute sich Leader John Resch, dass das Publikum seiner letzjährigen Aufforderung heuer nachgekommen ist. Die achtstündige Reise, ohne einen Auftritt unterwegs, hat sich also gelohnt. Und es ist wie beim vergangenen Mal: Rock vom Anfang bis zum Ende.
Doch dieses Mal ließen auch ruhige französische Chansons oder das Melodische irischer Klänge nicht auf sich warten. Dennoch drückt die Band den Liedern immer ihre eigene RockNote auf. Wieder steht ihnen Schweiß rasch auf der Stirn. Und nach 20 Band-Jahren sind sie „not to old for Folk‘n‘Roll“. Auch wenn Resch zugibt, dass sich die Themen im Tourbus mit den Jahren von Liebe über Fußball nun mehr und mehr um Krankheiten drehen.
Viel Humor bringen die sechs Männer auf die Bühne – mit Monstermuster auf den Socken, in Turnschuhen, Hemd und Weste scherzen sie stets über sich selbst. Resch und Geiger Wolfgang Wehner springen abwechselnd, oft auch gemeinsam auf der Bühne. Es gibt wohl keine Rockband, bei der eine Geige so ausdauernd dominiert. Violine und Gesang teilen sich die Aufmerksamkeit des Publikums, während die anderen vier Bandmitglieder im Hintergrund den Beat am Schlagzeug vorgeben oder auf Keyboard, Akkordeon, Gitarre und Bass begleiteten.
Stets hält Resch den Kontakt zum Publikum, erzählt Anekdoten und lässt das Auditorium mitsingen. Dieses musste einiges aushalten. Resch entschuldigte sich aber, stets mit einem Lachen, dass niemand unter den Gästen mit „Fuck off“ und „I hate you“ gemeint ist. Liebeslieder hatte die Band hingegen nicht anzubieten. Macht nichts – der charmanten Art der Band ist alles zu verzeihen. Servus, und bis zu nächsten Mal.