Einen ganzen Abend lang nur STS

von Redaktion

Die Formation „Auf a Wort“ hat den Mühldorfer Stadtsaal fast ganz gefüllt und begeistert

Mühldorf –Ausschließlich Lieder der österreichischen Gruppe STS singen sie an diesem Abend, Austropop, Schlager und Country dominierten hier. Doch STS hat von den Beatles und Bands der Woodstockzeit abgekupfert und flickt englische Wörter in den österreichischen Dialekt. Mit witzigen Geschichten aber auch ernsten Informationen spielen die Musiker zunächst ruhige Stücke. „Lieder mit Gefühl und Melancholie“, wie sie wieder betonen. Tod bei Verkehrsunfall und Schaffenskrise sind die Themen. Und das kommt an: Nach der Pause greift die Gruppe Musikwünsche nach weiteren ruhigen Stücken aus Gesprächen mit Fans auf.

Wie die Songauswahl, sind auch die Zuschauer zunächst ruhig und zurückhaltend. Ob es sich um einen Gottesdienst, eine Oper oder das Auf-a-Wort-Konzert handelt, lässt sich erst einmal nicht erkennen. Ernst und unbewegt sitzen viele auf ihren Stühlen. Ab und zu nur tippt ein Fuß zum Takt, wippt ein Kopf. Doch ganz vereinzelt singt jemand die Songs komplett mit.

Eher unbekannte Stücke spielen sie schließlich auch zu Beginn. Extrem laute Höhen bei den ersten zwei Stücken sowie unglaublich grelles Hintergrundlicht stahlt den Gästen in den ersten Reihen in die Augen und soll zunächst die Erinnerung an das Konzert beherrschen. Aber nach Aufforderung zum Mitsingen und Klatschen zeigt sich, wie bereit das Publikum zum Mitmachen ist. Auch die Kommunikation zwischen Band und Zuschauern gelingt.

Den Charme der Band machen die drei Musiker aus, die sich gegenseitig mit Anekdoten sticheln und über sich selbst zu lachen wissen. Sie sitzen mit ihren Gitarren auf Barhockern und wechseln sich mit der Moderation ab. Jeder hat seinen Part: Christian Huber vergisst immer wieder, welches Lied gespielt werden soll, und Peter Schuster bekommt sein Fett weg aufgrund seines biblischen Alters – er war bereits drei Jahre alt, als das Woodstock-Festival stattfand. Mathias Rasch hockt in der Mitte und teilt an beide aus.

Schließlich wird es rockig, wie im zweiten Teil eines Konzertes von „Auf a Wort“ üblich. Am Schluss steht das Publikum, singt lautstark mit, klatscht und tanzt. Es ist doch keine Beerdigungsgesellschaft. Gott sei Dank. Und so verspricht die Band schließlich, nicht wieder elf Jahre auf eine Rückkehr nach Mühldorf warten zu wollen.

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