Das Lied vom offenen Hosenstall

von Redaktion

Die „Drei Männer nur mit Gitarren“ berichten humorvoll von ihrem Alltag

Ampfing – Rund 240 Besucher haben vergangenen Samstag die drei Männern nur mit Gitarre in Ampfing erlebt. In amüsanter und oft anzüglicher Weise erfuhren die Gäste des Ampfinger Hofs viel über pubertierende Kinder, Geschlechtsverkehr sowie Alltagspeinlichkeiten.

Im Partnerlook stehen sie da: Verwaschenes T-Shirt, Blue Jeans und Gitarre. So schön, dass jeder sie nackt sehen will, sind sie nicht, auch wenn der Titel blanke Haut verspricht. Zum Schluss befreien sie sich dennoch von ihren Oberteilen – bei rosa Beleuchtung und in viel Nebel getaucht. Das Publikum verzeiht den Anblick, denn fehlendes Sex-Appeal haben die drei durch humorvolle – oft anzügliche – Lieder und Berichte bereits ausgeglichen. Lachen, Kichern, im Takt klatschen und Mitsingen haben dies zur Genüge gezeigt.

Nach kurzer Vorstellung geht es zunächst mit Solo-Stücken weiter. Besonders Michael Dietmayr nimmt in seinen Texten kein Blatt vor den Mund: Nicht immer jugendfrei geht es um Sex im Alter, um Botox-Nutten, um seine pubertierenden Töchter.

Roland Hefter scherzt über Business-Menschen und den Verkauf seiner Fußmatten. Auch er besingt Dinge, die keiner anzusprechen wagt. Jedoch sind es Peinlichkeiten wie eine offene Hosentür und Lippenstift an den Zähnen. Das Publikum ist begeistert, fühlt sich ertappt und verstanden.

Auch der dritte und jüngste im Bunde, Stefan Keller, probiert sich im Texten erotischer Lieder. Er sperrte sich zum Komponieren dazu im Kinderzimmer ein und – sichtlich schamhaft – singt er nun sein Werk auf Englisch. Doch es ist mehr ein Grunzen und Raunen: nichts ist zu verstehen. Aber er kann mehr als Erotik. Er berichtet davon, dass er in der Gemeinde Ruhpolding fleißig die Loipe gesalzen hat. Seine ausgewachsenen Dreadlocks durchwühlt er bei der Darstellung seiner Beziehung zum Vater so sehr, dass er darin sein Plektrum verliert. Und sein verfallenes Austragshäusl hat er über 30-mal verputzt sowie einen 55 Zentimeter hohen Estrich im Wohnzimmer gegossen.

Schauspielerisch gut einstudiert nimmt das Publikum den drei Männern das in den Haaren verlorene Gitarrenplättchen ab und auch das stets versungene Werk von Hefter wirkt glaubwürdig. Zum Schluss bleiben die Gäste noch eine Weile in der Gastwirtschaft bei Bier, Freunden und Nachbarn. Ein Selfie mit den Künstlern ist auch noch möglich.

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