Programm ohne Ende

von Redaktion

Tino Bomelino dachte die Dinge im Mühldorfer Haberkasten tatsächlich fast bis zum Abschluss

Mühldorf – Mit kleinen Seitenhieben auf seine Mitmenschen und einem Humor der gut ankam witzelte sich Tino Bomelino durch sein Programm im Mühldorfer Haberkasten. „Man muss die Dinge nur zu Ende“ war das Motto des Abends im vollbesetzten Saal. Comedian Tino Bomelino setzte von Anfang an auf Spaß.

Eingangs hatte er „eine ganz wichtige Frage, lässt sich der Anfang noch verschieben, hat das Publikum nicht auch morgen Zeit? Nicht. Na gut.“ Und los ging es in eine wilde Achterbahnfahrt aus skuriller Musik, gleich mehreren „Running Gags“, Slapstick und einem nicht enden wollenden Ideenreichtum, dazu ein guter Schuss Boshaftigkeit.

Die kommt immer dann gut an, wenn menschliche Schwächen enttarnt werden, wenn sich das Publikum ertappt fühlt und laut darüber lachen kann. Tino Bomelino konnte mit seiner liebenswerten Art und dem absoluten Blick für das Absurde dem Publikum begeisterte Lachstürme entlocken.

So hatte es ihm die Bahn angetan. Mit der Ankunft am Umsteigeort um 17.19 Uhr und dem weiterfahrenden Zug um 15.45 Uhr. „Da geht’s schon weiter, da ist aber der Anschluss kritisch. Das hätte ich fast nicht geschafft!“ Ob beißende Ironie oder blanker Sarkasmus, alles setzte er ein – und hatte Erfolg. Schon mehrere Preise konnte Tino Bomelino damit gewinnen, unter anderem den NDR Comedy Contest.

Der Inhalt von Kommunikation beschäftigt ihn stark. „Ich muss Dir was erzählen, sagte Einer und nach einer halben Stunde stellt sich heraus – musste der gar nicht.“ Er zeigte sich als Feind des Small Talks und gab Kommunikationstipps. „Wenn mir Einer etwas Langweiliges erzählt, merke ich es mir genau und erzähle es ihm so wieder.“

Er hatte sein Keyboard mitgebracht, auf dem er Lieder aufnahm und zwischendurch als anarchischen Jingle einsetzte, „Ich kann machen was ich will“. Selbstgezeichnete Comicfiguren auf einer Leinwand unterstrichen die Pointen und Videoclips.

Das Publikum wurde öfter zum Mitsingen einbezogen, wie im Lied „gut, dass das mal jemand sagt“. Ein neuer Ansatz für eine Mitmachaktion war, als Zettel ausgegeben wurden. Das Publikum sollte einen großen Traum notieren und was daraus geworden ist. Der Comedian vertonte die Sprüche zu einem spontanen Lied. „Ich will eigentlich Welt umradeln, mach‘ aber immer nur bis Altötting“, kam am besten an.

Bomelino schien kein Ende zu finden, getreu seinem Motto. So starb er melodramatisch den Bühnentod nur um hinterher am Boden liegend zu flüstern „Ihr seid ja immer noch da“. Das Publikum war begeistert vom studierten Informatiker, der es mit Witz und Hintersinn unterhielt.

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