Mühldorf – Der Posaunenchor Mühldorf ein ebenso abwechslungsreiches, wie anspruchsvolles Programm, das passend für die Passionszeit von Werner Becker zusammengestellt wurde. Zusammen mit dem Kammerorchester der städtischen Musikschule, unter der Leitung von Max Fandrey und dem Gesangsduo Katharina Mühlbauer und Christina Grübl und den Organisten Manfred Hößl aus Neumarkt-Sankt Veit stimmte der Posaunenchor auf die letzten Tage der Fastenzeit ein.
Werner Beckers Idee war es, Musik vor der Reformation durch einen zweiten Teil mit Musik nach Luther fortzuführen. Seine Begeisterung für diese Musik aus der Spätrenaissance bis Frühbarock, sprang schnell auf die beteiligten Musiker über. Obwohl nicht auf Originalinstrumenten vorgetragen, wurde der Melodienreichtum und die typischen Merkmale dieser Musikepoche hervorgehoben. Einzelne Textbeiträge über das Leben der Komponisten ergänzten das Konzert.
Die Musikstücke wurden in wechselnden Besetzungen vorgetragen, wobei immer wieder der Name Gabrieli als Komponist auftauchte. Mit vielen Kontrasten in der Dynamik begleitete der Posaunenchor zudem die Zuhörer in die Blütezeit dieser Bläsermusik, wie sie auch in Sankt Markus in Venedig ihre „Hoch-zeit“ erlebte. Natürlich stellte dabei ohne Zweifel der Doppelchor „pian e forte“ von Giovanni Gabrieli dar. Werner Becker ließ das Streichensemble als ersten Chor und ein Posaunenquartett als zweiten Chor dieses einmalige Werk vortragen.
Passend zur Passionsszeit, und unter perfekt abgestimmter Begleitung durch das Kammerorchester, trugen die beiden Sängerinnen mit beeindruckend klaren und zarten Stimmen, das Stück von John Dowland, „Go Crystal Tears“ sowie das berühmte „Stabat Mater“ von Pergolesi, vor.
Manfred Hößl, Organist in Neumarkt-Sankt Veit, rundete mit Orgelstücken aus der Zeit der Renaissance, sehr zur Freude der Orgelfreunde, das Konzert ab. Mit den Variationen von Samuel Scheidts „Alamande Bruynsmedelijn“, stellte er die Klangvielfalt und Variationsmöglichkeit der neuen Orgel erneut unter Beweis.
Das Passionskonzert endete mit der Melodie „O Haupt voll Blut und Wunden“. I´n einer moderneren Bearbeitung dieses Liedes, gemeinsam vorgetragen von Kammerorchester und Posaunenchor, wurden die Zuhörer so in die Karwoche geleitet.