Buchbach – Chris Boettcher mag Donald Trump nicht – das wird in dem aktuellen Programm „Freischwimmer“, mit dem der Bayern3-Comedian zu Gast in der gut gefüllten Stockschützenhalle in Buchbach ist, mehr als deutlich. Politiker, Sportler, Künstler – alle kriegen ihr Fett weg und der Präsident im Weißen Haus immer etwas mehr als die anderen.
Bereits beim ersten Lied, dass Boettcher auf seinem kuhgefleckten Keyboard anstimmt, hat er die Lacher des Publikums auf seiner Seite. Er textet sich quer durch die Besonderheiten Buchbachs, „des Orts am A… – absolut schönsten Teil der Welt“ und betont, wie froh er doch sei, trotz herausfordernder Akustik und einer „Affenhitze“ in der Halle, „diesem Kleinod altbayerischer Barockbaukunst“, auf Einladung des Fördervereins des TSV Buchbachs, dort auftreten zu dürfen.
Kein Thema ist vor dem begnadeten Stimmenimitator sicher, weder Florian Sibereisen als Traumschiffkapitän, Riberys Goldsteak, FIFA- und Dieselskandal noch die aktuellen Songs von Herbert Grönemeyer oder Andreas Gabalier, beides laut Boettcher Beispiele für fortgeschrittene Poesie-Tourette. Zahlreiche Promis aus Musik und Sport werden Opfer seines Spotts, bei dem erotischen Song über Boris Becker „Boris in Love“ macht das Publikum begeistert mit. Und den Politikern legt Boettcher umgetextete Wiesn-Hits in den Mund: Von „Sex-Trump“ über „Er, Er, Erdogan“ und Orbans „Ein Zaun, der meinen Namen trägt“ bis zu „Und ich schieß, schieß, schieß zu dir rüber“ (Kim Yong-un).
„Schwimm dich frei!“, so die Botschaft Boettchers. Sei es von unsinnigen Schönheitsidealen, einem völlig sinnbefreiten Fernsehprogramm oder den Parolen der AfD, ein Synonym für assozial, fremdenfeindlich, sämlich. Doch auch für seine Klassiker blieb in Buchbach noch Zeit und so konnte das Publikum bei den Gassenhauern „Pubertät“ und „Zehn Meter geh´n“ noch mal seine Textsicherheit beweisen.
Mit „Bockfotzngsicht“ setzte Boettcher schließlich einen Schlusspunkt unter einen fulminant amüsanten Abend.