Mit Blechbüchsen und Bratpfannen

von Redaktion

Musikfest Nachtstücke Das „Percussion Art Quartett“ zeigt Kindern, dass guter Rhythmus auch ohne Schlagzeug möglich ist

Schwindegg – Mit lautem Trommelwirbel begann das Konzert für Kinder im Rahmen der Nachtstücke im Amvieh-Theater. „Seid ihr erschrocken?“, rief Leiter und Moderator Anno Kesting den Kindern im Publikum zu. „Nö“, antworteten diese cool und „lauter!“ Das ließen sich die vier Musiker vom „Percussion Art Quartett“ nicht zweimal sagen und sorgten für Stimmung.

Vor allem wichtig war, dass die Kinder aus dem Publikum mitmachen konnten. Fünf brasilianische Märchen hatten die Schlagzeuger mitgebracht, um sie mit allerhand exotischen Instrumenten in Szene zu setzen. Ein kleiner Kerl mit roter Mütze, der „Curupira“, tauchte in der Musik auf. Er schlich sich im dunklen, dichten Regenwald an die Jäger heran, machte einiges an Unfug und erschreckte sie, erzählte Anno Kesting zur Vorbereitung des Stücks. „Wer nicht mit den Füßen auf den Boden kommt, brüllt mit“, schlug er vor.

Clemens durfte auf die Bühne des Stadels und im entscheidenden Moment an einer Schnur ziehen. Aufeinandergestapelte Blechbüchsen gingen augenblicklich mit großem Getöse zu Boden. Umgeben von rhythmischen Trommeln und dem dunklen Ton der Marimba (Felix Bratfisch) entstand ein temperamentvolles Stück, das im leisen, hohen Pfeifton ausklang, mit dem der Curupira sich verpfiff.

Die Kinder klatschten begeistert und bei den nächsten Stücken schnellten die Finger in die Höhe, wenn es hieß, „wer will auf die Bühne?“ Achtung war geboten vor der Märchengestalt „Jara“, ein wunderschönes Wesen, das lieblich sang, nur den Fehler hatte, im entscheidenden Augenblick zuzuschnappen und den Bewunderer zu fressen. Wolfgang Fischer am Glockenspiel vertonte die Sirene mit hellem, zarten Spiel. Eine unheimliche Stimmung entstand. Kinder durften mit Percussion-Instrumenten einen knarrenden Baum, Blitz und Donner nachahmen. Die Töne schwollen an und mit einem lauten Knall verschwand der Bewunderer von Jara.

Ob singender Vogel oder mit Kokosnuss-Schalen dargestellte galoppierende Pferde, die Kinder lauschten gebannt und machten gerne mit, wenn es hieß, „hier dürft ihr lustige Grimassen machen“. Eine Samba hatte es in sich. Die Musiker trommelten, was das Zeug hielt. Julian Rothenaicher, sonst am Xylofon, wechselte an die Bratpfanne, seine Kollegen trommelten auf Kuhglocken, Küchenblech und ein großes Stück Pappe. Alles war Musik.

Die Kinder zappelten auf ihren Stühlen. Die Musik ging ihnen in die Beine. Auch die Moderation von Anno Kesting erhielt ihre Aufmerksamkeit. Sie war witzig und unterhaltsam. Anno Kesting, der das Vibrafon spielte, nutzte die Gelegenheit, mit den drei Musikern aufzutreten. Sie sind alles ehemalige Schüler von ihm. Er unterrichtet an der Musikschule Burghausen.sn

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