Mühldorf – Claus Freudenstein spielt als Kontrabassist häufig klassische Musik oder Jazz. Den Wettbewerb anzusehen, hat er nicht bis zum Ende durchgehalten. Madonnas Auftritt nimmt er nicht nur in Schutz. Er hat ihm am besten gefallen.
„Man braucht schon starke Nerven um sich den Eurovision Song Contest ganz anzusehen. Was mir dabei aber gefallen hat, waren die wenigen Worte, die Madonna gesagt hat: Man solle nie die Macht der Musik unterschätzen. Die Musik bringt Menschen unterschiedlicher Nationen vor einem friedlichen Hintergrund zusammen.
Ob Madonna bei ihrem Auftritt schief gesungen hat, interessiert mich nicht. Das kann jedem passieren, der live singt und spielt. Mir ist ein echter Ton, der daneben geht, lieber, als Technik, die alles glattbügelt. Auch jemandem wie Madonna kann das passieren. Das gestehe ich ihr zu. Da sind eben Menschen am Werk.
Der Sieger aus den Niederlanden ist sicher ein Künstler, der singen kann. Den Song an sich fand ich aber eher belanglos. Genau wie die meisten anderen.
Interessehalber habe ich mir mal den Siegersong des Eurovision Song Contest 1987 angesehen: Johnny Logan mit „Hold me now“. Ob er damals live gesungen hat, kann ich im Video von damals auch nicht genau erkennen. Aber es war ein tolles Lied. Da war auch ein ganzes Orchester auf der Bühne zu sehen, das richtige Musik gemacht hat. 2019 war hauptsächlich Show und Klamauk auf der Bühne.
Mir hat der deutsche Beitrag fast am besten gefallen. Die beiden Damen haben eine ansprechende Komposition überzeugend auf die Bühne gebracht.
Aber die beiden deutschen Künstlerinnen haben ja schlecht im Wettbewerb abgeschnitten. Das hat mich dazu gebracht, mich zu fragen: Wer ist eigentlich diese Jury? Was haben die für einen Hintergrund? Und nach welchen Kriterien wird bewertet? Das macht insgesamt einen zweifelhaften Eindruck auf mich.
Obwohl ich musikalische Wettbewerbe grundsätzlich skeptisch sehe, finde ich es positiv, dass der Eurovision Song Contest so viele Menschen miteinander verbindet.“ kob