Musik wie im Saloon

von Redaktion

Jeff Scroggins & Colorado spielten Country-Musik im Bistro des Hauses der Kultur

Peter Ellerbrock (55)

Wasserburg

Mir hat es gut gefallen. Ich spiele selbst Country auf Banjo und Mandoline. Ich bin gerade aus Hamburg hierhergezogen und schaue, was in der Umgebung so gespielt wird. Ich würde mich über ein Konzert mit moderner Volksmusik freuen.

Waldkraiburg – Lediglich rund 40 Zuschauer lockte die Bluegrass-Band Jeff Scroggins & Colorado vergangenen Montag ins Waldkraiburger Haus der Kultur. Das Kulturbüro verlegte den Auftritt vom kleinen Saal ins Bistro, da bereits zum Vorverkauf eine kleine Besucherzahl absehbar war.

Stehplätze wurden zwar vergeben, es fand sich jedoch für jeden Gast ein Sitzplatz. Gemütlich und warm wurde es. Ein Konzert ohne Anonymität. Ein grauer Teppich diente als Bühne. Vielleicht etwas provisorisch, aber dafür konnte das Publikum die amerikanischen Musiker sehr authentisch erleben. Bei Barbetrieb verzauberte die Band das Lokal dann rasch in einen Saloon. Hier und da wippte ein Fuß, nickte ein Kopf, schwang ein Oberkörper.

Die Akustik ist sehr gut in diesem Raum, der für Konzerte eigentlich nicht konzipiert ist. Abwechselnd gingen die Künstler an das einzige Mikrofon. So kamen bei diesem Konzert mit Unplugged-Charakter jedes Instrument und jede Stimme gut zur Geltung. Gitarre, Geigen, Mandoline, Banjo und Kontrabass spielten.

Vier der fünf Musiker sangen. Ihre Stimmen klangen einmal etwas schrill, das passte jedoch zur Musikrichtung: Country, meist Bluegrass, Rock‘n‘Roll, Honky Tonk und auch einmal irisch anmutende Klänge. Der Wechsel zwischen ruhigen und lebhaften Stücken war gelungen. Die Soloeinheiten wurden stets mit Pfiffen gelobt.

Gut aufeinander abgestimmt wissen die fünf Künstler bekannte Stücke und selbst komponierte Titel zu präsentieren. Besonders nach der Pause war den Musikern ihre Freude an der Musik anzukennen. Eine große Alterspanne zeichnet die Mitglieder der Band aus: zwischen 25 und 55 Jahren sind die aus den Vereinigten Staaten und Kanada stammenden Künstler.

Unüblich für einen Bandleader singt gerade Jeff Scroggins nicht und auch sonst hielt er sich während des Konzertes mit seinem Banjo meist im Hintergrund. Wenn sein Instrument dann doch einmal im Vordergrund klang, staunten die Zuschauer, welch rasche Tonfolgen entstehen. Und das bei scheinbar wenig Fingerarbeit.

Nach dem Konzert im Haus der Kultur stand der Namensgeber der Band im Vorraum des Hauses der Kultur und unterhielt sich mit den Zuhörern.

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