Traunstein – Vor 350 Jahren, im Jahre 1669, wurde in einem Oratorium der Traunsteiner Stadtpfarrkirche St. Oswald eine kleine einmalige Orgel mit fünf Registern ohne Pedal aufgestellt, die bei den Andachten zu den Versammlungen der Corpus Christi Bruderschaft spielen sollte. Diese vom Neuöttinger Orgelbauer Hans Vogl erbaute Orgel ist heute das älteste erhaltene Instrument seiner Art in Bayern und steht nunmehr – nach mehreren Umzügen durch Traunsteiner Kirchen – im spätgotischen Ettendorfer Kircherl St. Vitus & Anna. Seit der aufwendigen Restaurierung im Jahr 2005 durch die Orgelbaufirma Linder aus Nußdorf/ erklingt das kostbare denkmalgeschützte Instrument wieder im Originalklang und ist so auf einzigartige Weise prädestiniert zur authentischen Darstellung frühbarocker, süddeutsch-italienischer Kammermusik. In vier Konzerten wird der 350. Geburtstag der Orgel – ein äußerst seltenes Jubiläum – in diesem Jahr gefeiert werden: Nach dem Auftakt Ende Mai kommt am Sonntag, 30. Juni, um 19.30 Uhr der Augsburger Cellist Viktor Töpelmann zu einem Konzert, bei dem er zusammen mit Kirchenmusiker Manfred Müller an der Orgel frühe Musik für Violoncelli zu Gehör bringt. Ein Sonderkonzert im Rahmen des Musiksommers zwischen Inn und Salzach findet am Sonntag, 14. Juli, um 19.30 Uhr statt. Zusammen mit dem Ensemble Bell’arte Salzburg spielt der Traunsteiner Kirchenmusiker Manfred Müller ein Geburtstagskonzert mit Musik aus der Erbauungszeit des Instrumentes. Karten hierfür gibt es im Pfarrbüro St. Oswald oder an der Abendkasse. Zum Abschluss der Reihe spielen Susanna Isepy und Anna Ecker aus Traunstein am 28. Juli um 19.30 Uhr ein Konzert für zwei Querflöten und Orgel mit Werken aus der Barockzeit und Klassik. Wenn das Wetter mitspielt, gibt es im Anschluss an die Konzerte die Möglichkeit, bei einem Glas Orgelwein den Abend vor dem Kircherl mit Blick auf die Chiemgauer Alpen ausklingen zu lassen.