Sommerlich leicht im Haus der Kultur

von Redaktion

Bayerischer Liederabend: Eine spannende Mischung aus unterschiedlichen Künstlern bringt dem Publikum viel Spaß

Waldkraiburg – Die erste Überraschung des Abends war, dass das Konzert unter freiem Himmel stattfand. Die Zuhörer des gut besuchten, bayerischen Liederabends saßen im Garten des Hauses der Kultur. Bei angenehmen Temperaturen und im Abendlicht kam gleich gute Stimmung auf.

Gastgeberin und Liedermacherin Helga Brenninger hatte die Künstler für den Abend ausgesucht. Mit Michael Benker trat ein Vollblutmusiker auf die Bühne, der poetisch und witzig sang. Er begleitete sich am Klavier und auf der Gitarre. Mit markanter Stimme erzählte er etwa davon, dass Träume wahr werden können. Biss zeigte er im „Schleimscheisser-Blues“. Benker mischte gekonnt viele Stile und ließ sich nicht auf einen festlegen. Jazz-, Reggae-, Blueselemente fanden sich in seinen selbst geschriebenen Liedern, die das Publikum mitrissen.

Der zweite Liedermacher des Abends, Horst Eberl, trat auf die Bühne, mit spitzer Zunge und die Gitarre im Anschlag. In seiner Art erinnerte er an Fredl Fesl. Er nahm den Alltag auf die Schippe und amüsierte das Publikum. Zum Beispiel, wenn er mit Wortwitz erzählte, wie er im „Sale“ mit seiner Frau einkaufen ging. Und er keine neue Hose bekam, weil sie fand, „für Waldkraiburg glangt’s no“. Aber für sich kaufte sie ein.

Im Gedächtnis bleiben dürfte auch der Auftritt von Helga Brenninger, mit Gitarre und Gesang. Sie wurde begleitet von Bertram Liebmann, einem jungen Pianisten, dessen musikalische Vorbilder Herman van Veen und Jazzgrößen durch sein brillantes Spiel leuchteten. Mit ihrer Mischung von zart bis fetzig begeisterten sie das Publikum mit Liedern wie „Frei“ und „Weit, weit naus“. Helga Brenninger ließ ihre Zuhörer an ihrem Lebensgefühl teilhaben. Die Powerfrau spielte mit ansteckender guter Laune und riss zum Mitsingen, und -klatschen mit. Das sommerlich leichte Lebensgefühl setzte sich fort, als spontan noch einmal alle Künstler des Abends auf die Bühne traten und ohne vorherige Absprache in das Lied „Weit, weit naus“ einfielen. „Und dann schwimm i weit, weit naus“, ging so manchem als Ohrwurm mit.

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