Träume zwischen Orient und Okzident

von Redaktion

Quadro Nuevo verwandeln zusammen mit dem Trio Cairo Steps den Mühldorfer Haberkasten musikalisch in einen Basar

Mühldorf – Quadro Nuevo spielten zusammen mit dem Trio Cairo Steps im Innenhof des Haberkasten beim Sommerfestival. Nahezu ausverkauft entführten die sieben Musiker ihre Gäste gleich mit dem ersten Stück in die Welt exotischer Gerüche, Kamelkarawanen und dem Treiben ägyptischer Basare. Flying Carpets heißt ihr Programm und ein Teppich in orientalischem Stil liegt vorne auf der Bühne.

„Machen Sie die Augen zu und stellen Sie sich vor, dass Sie sich auf einem Schiff befinden. Kommen Sie mit und träumen Sie mit uns“, schließt Basem Darwisch an der Oud, einer Kurzhalslaute, seine Einführung. Das Stück habe der Ägypter bereits mit zehn Jahren komponiert.

40 Jahre später, auf der Beerdigung seiner Mutter, seien ihm die Klänge und Melodien wieder eingefallen und er hat die Noten aufgeschrieben. Und dann nimmt er seine Zuhörer mit: Das nahezu endlose Stück beginnt langsam, steigert sich in lauterem Trubel, dennoch wird es nie wild oder rockig.

Dann wieder erklingen einzelne Instrumente und Töne. Mulo Francel haucht nur noch in sein Saxofon. Die Vorstellung einer Nacht auf einem Boot im Nil erwächst, sternenklar. Wasser gluckert, wenige Tiere schreien in der Ferne. Erst nach einer Weile zwitschern vereinzelt Vögel und die Sonne geht auf. Schließlich legt das Schiff an und die Metropole Kairo erwacht zum Leben.

Ungewöhnlich lang sind die Kompositionen. Aber nur so lässt sich wirklich auf die Musik eingehen, eintauchen in eine Meditation und die orientalische Welt.

Nach der Pause wird es westlicher: Oud, Nay und Duduk – letzteres zwei Holzblasinstrumente – rücken in den Hintergrund, nun wird es jazzig. Lediglich in blaues Gegenlicht sind die Musiker getaucht, Nebel steigt hinter der Bühne auf. Auch jetzt lässt sich der Tiefgang der Musik spüren.

Konzentriert achten die Künstler aufeinander. Besonders das Zusammenspiel bei der Percussion von Mohamed Rafaat am Schlagzeug und D.D. Lowka am Kontrabass findet Anklang beim Publikum. Gleich einem Wettstreit fordern sich die beiden gegenseitig immer wieder heraus. Auch die anderen Musiker zeigen in Soli ihr meisterhaftes Können. Evelyn Huber an der Harfe geht klanglich im Ensembles etwas unter. Doch in den ruhigeren Sequenzen darf die Harfe immer einmal dominieren.

Bereits begeistert begrüßte das Publikum die Musiker mit langem Applaus. Und auch zwischen den Stücken und besonders zum Schluss zeigen die Gäste ihre Begeisterung in ausdauerndem Beifall. Zugaben dürfen da nicht ausbleiben.

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