Voll das Leben

von Redaktion

Roland Hefter begeistert in Lohkirchen mit Liedern und Geschichten

Lohkirchen – Das war ein durch und durch gelungener Abend in Lohkirchen. Roland Hefter zeigte sich als waschechter Bayer, der vom Leben singt. Bekleidet in den Farben seines Lieblingsfußballvereins 1860 trat er auf die Bühne. Im Schlepptau Schlagzeugerin Babsi Jenne von seiner Band, den „Isar Ridern“. Sie legt nicht nur den Rhythmusteppich unter die Lieder, sie rundet das Ganze auch noch mit ihrem Gesang ab. Nicht nur Titel aus seiner aktuellen CD „I dad’s macha“, auch ältere Lieder wie „As Leben is eh scho schwer – Und jetzt kommst Du daher“ oder brandneue Stücke waren im Programm.

Wenn einem jemand glaubwürdig erzählen will, wie das Leben ist, dann muss er echt sein. Echt wie ein ungefiltertes, dunkles Starkbier, bei dem niemand auf die Idee käme, Limo hineinzuschütten oder es mit dem Strohhalm zu genießen. So echt wie Roland Hefter, dem man alles glauben würde. Wie er auf der Bühne steht, als habe er nie was etwas anderes in der Hand gehabt als seine Gitarre, mit deren zeitlos einfacher Unterstützung er erzählt, wie das Leben so ist.

Von Anfang an ist Stimmung im Zelt: Es wird mitgesungen, mitgeklatscht. Das liegt auch an Hefters lockerer Art auf der Bühne: kein Star-Getue, das Publikum wird mit einbezogen. Sein Motto: „Klatscht alle mit, so wie früher beim Kasperltheater.“ Hefter stammt aus München, das hört man auch. Seine Geschichten und Lieder drehen sich um Liebe, Glück, Sex, Wünsche und das Älterwerden. Er lebt sein Programm: „Ganz normal“ „A Weißbier in da Sun“ zu trinken, „Des woaß a jeder“, dass es „oane für ois“ gibt. Oder nicht? Egal, nur ein paar Beispiele für die gesungenen Geschichten, die er aus seinem oder dem Leben anderer erzählt.

So besingt er die Sendung „Bares für Rares“ und bezeichnet sie das „Shopping-Queen für Rentner“; bemitleidet seine erfolglose Partnersuche, während er bei Rewe wenigstens ein Wasser mit dem Namen Saskia kauft; wird politisch, wenn es um die AfD geht. Ihr hat er ein Lied gewidmet – mit klarer Botschaft: „Sowas wie die brauchen wir nicht.“ Es folgt der Demenztest, für den er am Ende das Publikum braucht, weil der Text weg ist. Und nicht zu vergessen die kulinarischen Tipps, wo man in München noch einen Hawaiitoast essen kann.

Am Ende erklatscht sich das Publikum noch zwei Zugaben: Die erste, ganz ungewohnt, ein Liebeslied „Von Herzen“. Mit „Alice bring mir noch ein Helles“ beschließt er den Abend.

Roland Hefter bedankte sich zum Abschluss noch beim Krieger und Soldatenverein Lohkirchen und ließ glückliche und zufriedene Menschen zurück, die nach diesem Abend wieder ein wenig mehr über sich und das Leben lachen können.

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