Wasserburg – Die Leiter im Obergeschoss des Ganserhauses in Wasserburg verrät: Hier wird gearbeitet. Und zwar an der Ausstellung „Hinterlassenschaft“ über C.A. Wasserburger.
Der egozentrische Künstler, der in Wörth bei Au am Inn lebte und mit bürgerlichem Namen Alexander Hatzl hieß, prägte den Satz „Kunst ist – oder auch nicht. Kunst muss man sich denken.“ Auf seiner Visitenkarte stand „Provokator“. Seine Tochter Silvia Hatzl, die auch bei Au lebt, und Katrin Meindl, Zweite Vorsitzende des AK68, konzipieren die Ausstellung, die ein Nachruf auf das Leben des vielschichtigen und eigensinnigen Künstlers ist. Eine klassische Retrospektive in chronologischer Abfolge wird das nicht. Auch wenn das Gezeigte bei seinem Tod endet.
Der Mann war Mitbegründer des AK68 und hatte sich noch mal einen richtigen Aufreger für das Ausstellungsleben gewünscht. „So wie früher. Mit Nacktheit, der Natürlichkeit in der Sexualität, der Auseinandersetzung mit Gott, Raum und Zeit“, erklärt Winkler. Den Wunsch will sie ihm gemeinsam mit Silvia Hatzl erfüllen.
Die Vernissage am Samstag, 28. September, beginnt um 17.30 Uhr mit einer Prozession von der Plätte am Skulpturenweg zum Marienplatz, wo um 18 Uhr ein Konzert mit Percussion und Kreissäge stattfindet. Um 19 Uhr eröffnet Meindl den Blick auf einen Mann, der das Leben und die Frauen liebte, glücklich und zugleich depressiv war und den Abguss seines Penis in Schokoladenform hinterließ. „Ich denke, das kriegen wir für ihn hin, das mit dem Aufreger“, sind Meindl und Hatzl überzeugt.