Dauerstudentin mit Lust auf Gickerlhaxn

von Redaktion

Schülerband, Parkhausschranke, Periode: Sara Brandhuber lässt keine Peinlichkeit aus

Waldkraiburg – Sara Brandhuber begrüßt ihr Publikum im Waldkraiburger Haus der Kultur. Ein Gummihuhn hängt am Mikrofon und sorgt so bereits vor ihrem Auftritt für gut gelaunte Gäste in der nahezu gefüllten Black Box. Kaum auf der Bühne, beginnt Brandhuber gleich mit ihrem Wechsel aus Monolog und Gesang – nahezu durchgehend auf Bayerisch.

Grünes Kleid, auffällige Kunststoffbrille und die zusammengebundenen Haare betonen ihren Wechsel zwischen bodenständigen Themen und philosophischen Hirngespinsten.

Die nach ewiger Studentin anmutende Künstlerin redet mit einer Geschwindigkeit, bei der selbst bayerisch sprechende Zuhörer Mühe haben, jedem Satz und jeder Strophe zu folgen.

Stets begleitet sie ihre Songs mit Gitarre. Lediglich in der Zugabe spielt sie auf einer Mundharmonika einen Refrain. Endlich ein Moment, um sich von der Konzentration der vergangenen zwei Stunden zu erholen.

Die 30-jährige redet über ihre Kindheit, ihre Eltern und ihren Ehemann. Sie freut sich über die Hühner der Schwiegergroßeltern, die ihren zweijährigen Sohn stundenlang beschäftigen. Und sie besingt peinliche Momente: den mit ihrer Schülerband, von ihrem Auto vor der Parkhausschranke, über die Periode und ihren fehlenden grünen Daumen. Daher bringt sie ihre trockenen Blumen stets zur Mama, die sie mit etwas Wasser wieder aufpäppelt. Hier übersetzt die Künstlerin den Refrain, dem schließlich auch konzentrierte bayerische Muttersprachler nicht folgen können: Hier verdörrt er dir, dort verdörrt er dir und dort drüben würde er dir auch verdörren.

Musikalisch bewegt sich Brandhuber zwischen folkloristisch und rockig. Schließlich rappt sie über einen Kälberkübel-Gummidizi und besingt den Weg einer stets weiterverschenkten Mon-Chéri-Packung. Ihrem Mikro-Huhn widmet sie übrigens keinen Song.

Hat die Kabarettistin ihr Publikum von der ersten Minuten an gefangen, längt sich ihr Programm nach der Pause. Immer wieder schaut die Künstlerin auf ihren Spickzettel auf der Gitarre, als hätte sie den Ablauf vergessen. Hingegen entspannt sie sich bei ihrer 30-minütigen Zugabe. Jetzt wird es gemütlich und ihr ließe so ewig lauschen.

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