Schrecklich Wahres eines Holledauers

von Redaktion

Tubist Andreas Martin Hofmeir hat Autobiografie geschrieben

Au am Inn – Als „völlig überflüssig“ bezeichnet der 1978 in München geborene, in der Holledau aufgewachsene Autor diese seine Autobiografie. Der 41-Jährige (zu Zeiten seiner Überflüssig-Erklärung war er noch 37 Jahre jung) entschuldigt sich mehrmals für das, was er für nicht unerheblich hält: von sich zu erzählen, wie aus einem musikbegeisterten Holledauer Buben – über Studienstationen wie Berlin, Stockholm und Hannover – dann doch ein bedeutsamer, heute gefeierter Musiker wurde. Und zwar ein ganz ein rarer.

Hofmeir ist, wer kennt ihn nicht, in erster Linie Tubist. Also einer, der für sein Instrument im Flugzeug einen eigenen Sitzplatz buchen muss – und seine Probleme hat, die „Fanny“, wie er das liebste seiner Instrumente nennt, dessen Kunst zu blasen er nun als Mozarteums-Professor lehrt, durch die Leibesvisitationskontrolle nach dem Einchecken zu kriegen.

Hofmeir versteht es, aus seinem „unbeschwerlichen“ Weg zu einer Weltberühmtheit unbeschwert, locker und witzig, manchmal auch ein bisserl abgedreht, überraschenderweise nicht ganz auf der Höhe des Schriftdeutschen, zu plaudern.

Das mag die einen „anmachen“, die anderen kalt lassen. Und wer Andreas Martin Hofmeir als kabarettistisch Hochbegabten – abtrünnig gewordenes Gründungsmitglied von „LaBrassBanda“ – erleben und sich über seine Tiraden musikalischer und literarischer Natur amüsieren durfte, hat beim Lesen seine Probleme, ihn als Lyriker – mit einer recht seltsamen Instrumentenkunde – ernst zu nehmen. (Möglicherweise aber steckt Absicht dahinter.)

Mit den von Carl-Heinz Daxl pfundig illustrierten, hübsch verqueren Episoden eines Tubisten, dem es darum zu tun ist, mit wenig – besser: gar keinem – Aufwand durchs Künstlerleben zu gehen, mag sich mancher Leser einen fröhlichen Abend machen. Nicht vergessen, sich vor Lektürebeginn der oft recht aparten Anekdoten-Sammlung eine zweite oder gar dritte Halbe Bier kühl zu stellen, um in den Lach-Pausen den Füller parat zu haben.

„Schwoama’s obi! Prost, Hofmeir-Gemeinde!“ gär

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